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Neuapostolische Kirche Kritik: Wem vertraust Du? Kann man den Aposteln der NAK vertrauen? Werdegang der neuapostolischen Apostel

Neuapostolische Kirche Kritik
Wem vertraust Du

Werdegang

Gott ist ein Gott der Ordnung

Gott ist ein Gott der Ordnung. Die Natur folgt der von Gott festgelegten Ordnung. Der Erlösungsplan für uns Menschen wurde wohlgeordnet von Gott geplant und ausgeführt. Die Bibel ist voll von den Ordnungen Gottes. Unordnung und Chaos sind ein Zeichen menschlichen Einflusses. Durch Unordnung und Chaos entsteht nichts Göttliches und vom Heiligen Geist inspiriertes. Paulus schreibt: “Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“ – 1. Kor. 14, 33 (SLT)

Wo Gott wirkt, entsteht Ordnung und Frieden und nicht Unordnung, Chaos und Streit!

Was hat das alles mit der Neuapostolischen Kirche zu tun? Wenn wir die Entstehungsgeschichte der Neuapostolischen Kirche genauer betrachten, wird dies schnell deutlich. Greifen wir einige entscheidende Ereignisse heraus. Zu Beginn entstand die Katholisch-apostolische Bewegung. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts gab es scheinbar wieder Wirkungen des Heiligen Geistes wie am Anfang in den urchristlichen Gemeinden. Zungenreden, Krankenheilungen und allerlei Wunder bewegten die Gemüter.

Die Zungenrede der Irvingianerwurde von keinem verstanden

Ein Zeitzeuge jedoch, der Mitbegründer einer weiteren christlichen Bewegung John Nelson Darby beurteilte diese Dinge anders: „Doch die Erscheinungen in Schottland entsprachen nicht den Vorstellungen Darbys von der Gegenwart des Heiligen Geistes. Er wandte sich ganz entschieden von diesen Kreisen, die dann wesentlich zur Entstehung der Katholisch-apostolischen Gemeinden beigetragen haben, ab. Er konnte in den enthusiastischen Erscheinungen keinen Sinn sehen ‚Zu Pfingsten’ so schrieb er einmal, ’wurden die Sprachen von allen, die Zungen der Irvingianer dagegen von keinem verstanden’.“ (6)

Tumultartige Zustände in England

Auch in der Gemeinde in London, die Edward Irving selbst prägte, gab es solche Erscheinungen, ein Zeitzeuge: „Ich ging zur Kirche … und war wie gewöhnlich durch Irvings Vorträge und Gebete sehr befriedigt und erbaut; plötzlich aber wurde ich unerwartet unterbrochen durch die wohlbekannte Stimme einer Schwester, welche nicht länger imstande sich zurückzuhalten und die kirchliche Ordnung scheuend, in die Sakristei eilte und dort dem Ausbruch freien Lauf ließ, während eine andere, wie ich hörte, aus demselben Antrieb das Seitenschiff entlang und durch die Haupttür zur Kirche hinauseilte. Die plötzlichen kläglichen unverständigen Töne wurden von der ganzen Versammlung gehört und verursachten die äußerste Verwirrung. Das Aufstehen, das Verlangen, etwas zu sehen, zu hören und zu verstehen von jeder der anwesenden 1.500 oder 2.000 Personen machte einen Lärm, den man sich leicht vorstellen kann“ (7). Tumultartige Zustände in der Gemeinde, gewirkt vom Heiligen Geist?

Ein falscher Prophet – Heinrich Geyer

Als es zur ersten Abspaltung von der Katholisch-apostolischen Bewegung im Jahre 1863 kam, war ebenfalls alles andere als die Ordnung Gottes erkennbar. Nachdem der Prophet Heinrich Geyer vergeblich versucht hatte neue Apostel zu berufen – Die Berufungen wurden entweder von den Aposteln oder den Berufenen selbst verworfen –, bezeichnete er am 10.10.1862, den Ältesten Rudolf Rosochacky zum Apostel. Es geschah nachts ohne Wissen der noch lebenden Katholisch-apostolischen Apostel. Der Apostel Woodhouse war zu dieser Zeit mit Heinrich Geyer zusammen in Königsberg auf einer Visitationsreise. Rudolf Rosochacky nahm die Berufung an, wurde aber erst einige Monate später im Januar 1863 als Apostel der Gemeinde in Hamburg vorgestellt und von dieser akzeptiert. Vorher im Dezember 1862 wurde Geyer allerdings vom Engel (Bischof) der Berliner Gemeinde aufgrund unterschiedlicher Auffassung über die Lehre bezüglich der Entrückung suspendiert.

Hin und Her in Hamburg – Der 13-Tage Apostel

Der Prophet wurde nach den Ereignissen in Hamburg exkommuniziert. (8) Nur wenige Tage nach der Anerkennung in Hamburg wandte sich Rosochacky gegen seine Berufung, bezeichnete sie als Irrtum und kehrte reumütig zur Katholisch-apostolischen Bewegung zurück. Er schrieb an F. Schwarz in Hamburg:

„Als die Gemeinde zu Hamburg die Kunde vernahm, dass ein weiterer Apostel berufen sei, da war ihre erste Tat Empörung gegen die ihr von Gott gegebene Ordnung. Unmöglich war dies ein Wirken des Heiligen Geistes … Wer hat der Gemeinde das Recht gegeben, mich als Apostel anzuerkennen und als solchen mich zu proklamieren? Wäre meine Berufung eine göttliche gewesen, so hätte kein Widerspruch mit den übrigen Aposteln entstehen können, denn ein Apostel Jesu Christi kann nicht den anderen Apostel des Herrn hinauswerfen und absetzen helfen … Wäre er (Geyer) damals wirklich vom Heiligen Geist getrieben, und wollte mich Gott zu seinem Apostel haben, so wäre die Berufung nicht heimlich geschehen, sie hätte nicht nötig gehabt das Licht zu scheuen … Fragen wir nun endlich, wie es möglich gewesen sei, so in die Ränke Satans zu geraten, so arg sich zu verirren und zu versündigen, wie wir es getan …“ (9)

Dies war nun der 13-Tage Apostel, der sich abspaltenden Hamburger Gemeinde. Was ist geschehen? Welch ein Chaos. War Rosochacky tatsächlich ein Apostel? Wenn ja, warum wurde er von den anderen Aposteln nicht anerkannt und warum hat er dies dann selbst nachträglich verworfen? Wenn nein, war dann Geyer ein echter Prophet, der doch Rosochacky als Apostel berief? Waren die anderen keine echten Apostel, da sie doch die Berufung nicht anerkannten? Wie kann aus einer Bewegung mit falschen Aposteln eine echte apostolische Bewegung hervorgehen? Wo ist der feste Grund, die Grundlage? Ist dieses Wirrwarr die Wirkung des Heiligen Geistes?

Apostellose ‚Allgemeine Christlich Apostolische Mission’

Nun stand diese neue Gruppe, die sich später Allgemeine christliche apostolische Mission nannte, ohne Apostel da und es entstand Verunsicherung, Ratlosigkeit und Bestürzung. Während einer Abwesenheit von Geyer wurde in Hamburg daraufhin der Priester Preuß von einem Diakon zum Apostel berufen. Ämter wurden bis zu diesem Zeitpunkt immer und ohne Ausnahme vom Propheten berufen. Geyer beschreibt dies folgendermaßen:

„Während ich in Berlin war, in Hamburg durch einen Diakon der Priester Preuß als Apostel berufen wurde. Ich wurde durch den Vorsteher Priester Schwarz nach Hamburg gerufen, um hier Rat zu geben, indes, ich konnte geschehene Dinge nicht ungeschehen machen. Es war im Wege der Unordnung geschehen, so wie Ruben seines Vaters Jacob Bette bestiegen (Gen. 35,22 – Verf.), so konnte ich auch ein solch uneheliches Kind nicht töten. Wir mussten unser Schicksal tragen, bis am 25. Juli 1878 dieser Bruder Preuß starb. Ich schweige von all dem Leid, welches uns während der Zeit widerfuhr.“ (10) So der Prophet Geyer über den zweiten Apostel nach der Abspaltung von der Katholisch-apostolischen Bewegung!

Unordnung in Hamburg

Geyer, der selbst Rosochacky im Wege der Unordnung berufen hatte, bezeichnete die Berufung Preuß‘ als in Unordnung geschehen: „er war ein Schicksal, das man tragen musste, gleich einem unehelichen Kind, das man nicht töten konnte, welches viel Leid verursachte!“ Das war nun der zweite Apostel nach der Abspaltung von der Katholisch-apostolischen Bewegung.

Leider sind wir noch nicht bei der Neuapostolischen Kirche angelangt. Die Allgemeine christliche apostolische Mission hatte zunächst in Hamburg, in Berlin, in Norddeutschland und später auch in Holland (Dort hieß sie zunächst Apostolische Zending und später Hersteld Apostolische Zendingkerk) ihre Gemeinden und Anhänger. Geyer berief im Jahr 1964 noch 4 weitere Apostel (Stechmann, Hohl, Hoppe und Bösecke) für bestimmte Stämme (Apostelbezirke). Der Apostel Schwarz setzte 1872 F. W. Menkhoff als Apostel ein.

Tumulte in Hamburg

Im Jahr 1878 kam es in Hamburg während eines Gottesdienstes zu tumultartigen Geschehnissen. Zu dieser Zeit brodelte es in der Gemeinschaft wg. der Nachfolgefrage des verstorbenen Apostels Preuss. Heinrich Geyer verließ das Gemeindelokal mit dem überwiegenden Teil der Gemeindemitglieder. Nur eine kleine Anzahl blieb bei den Aufständischen. Aus dieser kleinen Anzahl Gemeindemitgliedern – unter denen schon Fritz Krebs, der spätere Stammapostel war, er war extra aus dem Harz angereist und unterstützte die Tumulte – entstanden später die Neuapostolischen Gemeinden.

Die Geschehnisse im Einzelnen: „Am Sonntag dem 31.3.1878, berief er (Geyer) im Gottesdienst der Hamburger Gemeinde den dortigen Unterdiakon J.F.L. Güldner zum Apostel für Norddeutschland und Skandinavien“. (11) Zu dieser Zeit lag der Apostel Preuss wahrscheinlich an Magenkrebs leidend auf dem Krankenlager. „Preuss, der sich offensichtlich übergangen fühlte, … bestimmte ’noch auf dem Totenbette‘ den Ältesten Eduard Wichmann ‚zu seinem Nachfolger’… Unter dem Einfluss von Wichmann – der (laut F. Schwarz) ‚selber Apostel zu sein’ wünschte … – und Krebs versuchten die Gegner Geyers und seiner Anhänger die Aussonderung von Güldner mit allen Mitteln zu verhindern“ (12).

Ein würdeloser Gottesdienst

Ein Augenzeuge berichtet über den Berufungsgottesdienst am 4.8.1878 nach dem Tod von Apostel Preuss, dieser war kurz zuvor am 25.7.1878 verstorben:

„Als die Berufung (Güldners) durch den Propheten Geyer ausgesprochen war, erhob sich, wenn ich nicht irre, ein Widerspruch … aus der Gemeinde, ich erinnere mich noch sicher daran, dass F. Wachmann … rief: »Es muss geschieden werden« … Darauf erhob sich Wichmann, drückte den Propheten Geyer, mit beiden Händen auf dessen Schulter fassend, nieder und sagte: »Nun will ich mal die Sache in die Hand nehmen« … Meines Wissens waren Krebs und noch zwei andere Diener vom Harz schon am Vormittag bei Karl Frank am Alsterweg eingetroffen, sie kamen aber erst zum Nachmittagsdienst … Es fand dann am selben Abend tatsächlich eine solche Versammlung und Abstimmung in der Wohnung des Evangelisten Gerstenkorn statt, die Verwerfung der Berufung des Apostels Güldner und die Trennung wurde beschlossen … danach haben die Anhänger des Krebs und Genossen dem Apostel Güldner und dem Propheten Geyer sowie ihren Anhängern den Zutritt zur Kapelle verwehrt“ (12).

Die ‚neue Ordnung’

Dies war nicht mehr notwendig: „Die Vorgänge in jenem Gottesdienst müssen in der Tat würdelos gewesen sein … Jedenfalls nahmen Geyer und seine Anhänger ’ihre Gewänder, ließen die ganze Kirchen- und Altar- Einrichtung zurück und gingen von dem »entheiligten Ort«, ohne auch nur ein Wort zu sagen fort, um ihn nie wieder zu betreten, während ihnen nach der Mitteilung eines Ohrenzeugen … »jene wüterliche Schimpfworte nachriefen«“ (13). Es blieb nur ein kleiner Rest von ca. 50 Gemeindegliedern übrig. Aus diesem Rest und den kleinen norddeutschen Gemeinden entwickelte sich die apostolische Gemeinde, die sog. ‚Neue Ordnung’. In diesen Ereignissen von 1878 ist die eigentliche Geburtsstunde der Neuapostolischen Kirche zu sehen. Es folgten chaotische Szenen in der Restgemeinde, die nun wieder ohne Apostel da stand. Die anderen Apostel waren für andere Stämme genauer gesagt Apostelbezirke zuständig.

Jeder rief jeden zum Apostel

Wichmann war zwar von Preuss zum Apostel bestimmt doch noch von niemandem berufen und eingesetzt! Es sei zu wilden Apostelberufungen gekommen, die jedoch nicht tatsächlich zu neuen Aposteln führten. F. Schwarz schreibt dazu: „Die Frau des einen Ältesten rief durch Weissagung ihren Mann und der Sohn seinen Vater zum Apostel im Stamm; also waren schon zwei Apostel. Eine Dienstmagd rief ihren Herrn zum Apostel, das waren also drei. Ein vierter wurde im Stillen noch durch andere weissagende Personen berufen. Ja mehrere Brüder sind mir bekannt, die meinten, Apostel für den Stamm sein zu können“ (14). Erst später nannte sich diese ‚neue Ordnung’ Neuapostolische Gemeinde und erst ab 1921 Neuapostolische Kirche. Wir können hier wieder die Frage stellen: Wer war echter, wer war falscher Apostel, wer war echter und wer war falscher Prophet?

Berufungen über Berufungen auch in Braunschweig

Zu erwähnen sei noch kurz, dass es ein Jahr später am 25. Juli 1879 in Braunschweig wieder zu unwürdigen Szenen kam als die Frage der Berufung von Güldner noch mal behandelt wurde. Zugegen waren u. a. Apostel Schwarz, Menkhoff und Hohl, der Propheten Marticke und Fritz Krebs. Ein Augenzeuge berichtet: „Man fragte Gott, »ob Güldner ein Apostel« sei, und als auf dreimaliges Fragen keine Antwort kam, schrie man förmlich Gott an, »warum er denn keine Antwort« gäbe. Das ging eine Weile so fort, bis die ganze Versammlung in eine solche Ekstase geriet, dass Berufungen über Berufungen erfolgten, der eine dies schrie, der andere das. Der eine rief diesen aus, der andere schrie »nein, der soll es sein.« … Das Ende vom Lied war, dass Menkhoff zunächst die Leitung übernahm und danach Krebs designiert wurde“ (15).

Aus einem Originalbericht der Geschehnisse in Braunschweig erfahren wir auch folgendes: „Wie aus dem weiteren Verlauf und aus dem ganzen Auftreten des Apostels Schwarz hervorgeht, hatten die Empörer diesen Apostel über die Persönlichkeit, den Glauben und die Fähigkeit des Apostels J. Güldner absichtlich falsch unterrichtet und auch den Torpropheten Geyer ganz unberechtigter Weise in ein sehr schlechtes Licht gerückt … Nur daher ist es zu erklären, dass Ap. Schwarz sogar die Antwort verwirft, die ihm Gott durch den Propheten Martike aus Berlin gab, als er in dieser Versammlung in Braunschweig Gott fragte, ob Güldner ein vom Herrn berufener Apostel sei“ (16). „Der von Apostel Preuss zum Apostel bestimmte und in den Tumulten vom 4.8.1878 von seiner Frau und seinem Sohn zum Apostel berufenen Wichmann wurde von Apostel Menkhoff als Bischof eingesetzt, doch wenige Monate später von Menkhoff >>wegen Mangel<< an Zeit seines Amtes enthoben“ (17).

Die Machtübernahme durch Apostel Fritz Krebs

1895 nutzte der spätere Apostel Fritz Krebs den Tod des Apostels Schwarz, um seinen Einflussbereich auf Holland auszudehnen und endgültig das Stammapostelamt einzuführen, welches es bis dahin im heutigen Sinne nicht gab. Auch dabei kam es zu Unruhen und Spaltungen. Die Turbulenzen legten sich nicht. Die Geschichte der Neuapostolischen Kirche ist vor allem eine Aneinanderreihung von Konflikten in den eigenen Reihen, Trennungen und Ausschlüssen. Auch während der Wirkungszeit von Stammapostel Niehaus und Bischoff gab es viel Leid, viele Ausschlüsse und Abspaltungen. Der Autor des Buches „Gott hat Wege in der Wüste“ dokumentiert ausführlich seit 1863 über 100 Abspaltungen und Exkommunikationen!

Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, wenn man alles genau beschreiben wollte. Ich nenne nur kurz die bedeutsameren Gruppen, die sich aus der Neuapostolischen Kirche heraus abgespalten haben oder durch Exkommunikation entstanden sind, um diese Tatsache etwas zu verdeutlichen: Hersteld Apostolische Zendingskerk/Niederlande (1897), Hersteld Apostolische Zendingsgemeente (1900/1930), Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus/Apostelamt Juda (1902), Apostolic Church of Queensland (1911), Reformiert-Apostolischer Gemeindebund (1921), Apostelamt Jesu Christi (1923), Apostolische Genootschap (1940), Christen unserer Zeit (1949), Apostolische Gemeinde des Saarlandes (1951), Apostolic Church/Apostel Unity (Südafrika 1954), Apostolische Gemeinschaft (1955), United Church of India (1974), Apostolische Gemeinde e. V. (1989).

Ein Minimum an Information zur Beurteilung

Wir haben uns nun viel Zeit genommen, um die Entstehung der Neuapostolischen Kirche etwas zu beleuchten. Zugegeben, es ist recht umfangreich geworden, doch ist dies das Minimum an Information, welches notwendig ist um ein einigermaßen korrektes Bild von den Anfängen der Neuapostolischen Kirche zu bekommen. Im Anbetracht dessen klingt es schon seltsam, wenn man zur Entstehung der Neuapostolischen Kirche in einer Informationsschrift u. a. lediglich folgende Darstellung liest: „Durch Weissagung aus dem Heiligen Geist wurden ab 1832 die ersten Apostel und weitere kirchliche Amtsträger gerufen. Die ersten Gemeinden des neuen apostolischen Glaubens entstanden in England, und zwar in Albury und London. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an entwickelte sich aus diesen Anfängen die neuapostolische Kirche“ (18).

Der Leser muss hier den Eindruck bekommen, als sei die Neuapostolische Kirche direkt aus der Katholisch-apostolischen Bewegung hervorgegangen und mit ihr vergleichbar. Dass es in den meisten Bereichen (Lehre, Ämterstruktur, Liturgie, usw.) kaum noch Parallelen gibt, wird durch diese Darstellung genauso wenig deutlich, wie die fragwürdige Entwicklung hin zur heutigen Neuapostolischen Kirche.

Ist die Neuapostolische Kirche jetzt auf dem richtigen Weg?

Es fühlt sich vielleicht gut an, in der Neuapostolischen Kirche zu Hause zu sein. Die Gemeindemitglieder sind nett, die Gottesdienste und der Gesang geben einem ein Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit. Man hat evtl. einen Auftrag und wird gebraucht. Man mag vielleicht denken, was interessiert mich der Schnee von gestern, wir leben in der Gegenwart und jetzt ist alles ganz anders. Ist alles ganz anders? Ist jetzt die Neuapostolische Kirche auf dem richtigen Weg? Die Lehre steht immer noch im Widerspruch zur Heiligen Schrift. Die Apostel der Neuapostolischen Kirche können keine Apostel Jesu Christi sein. Einen festen Halt in einer auf biblischem Boden fest verankerten Glaubenslehre gibt es noch immer nicht! Die Entstehung geschah in Unordnung sowie Chaos und die Lehre der Neuapostolischen Kirche, ist weiterhin unbiblisch und aufgrund ihrer Wandelbarkeit nicht vertrauenswürdig.

Neuapostolische Kirche – Wem vertraust Du – Können wir der Neuapostolischen Kirche und deren Aposteln vertrauen, wenn Die Neuapostolische Kirche aus Unordnung, Chaos und Machtstreben hervorgegangen ist?

Wer ist zuverlässig, wem können wir vertrauen?

Prüfe, prüfe, prüfe

Nach dem oben Geschriebenen wirst Du Dich vielleicht fragen, ja kann man das denn alles glauben? Das ist eine berechtigte Frage, denn die Bibel fordert dazu auf alles zu prüfen, was uns in Glaubensfragen entgegengebracht wird. In der Apostelgeschichte beschreibt Lukas: „Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte.“ –  Apg 17, 11 (SLT) Der Apostel Paulus schreibt an die Thessalonicher: – „prüft aber alles, das Gute haltet fest!“ – 1. Thess. 5, 21 (SLT) Eine weitere Stelle, die eindeutig dazu auffordert die Lehren derer zu prüfen, die Lehren verkünden ist Phil. 1, 10: „…damit ihr prüft, worauf es ankommt, damit ihr lauter und unanstößig seid auf den Tag Christi.“ – Phil. 1, 10 (SLT)

So bitte ich Dich, prüfe noch einmal eingehend die Lehre der Neuapostolischen Kirche und deren Apostel. Übernimm aber auch das von mir Geschriebene nicht ungeprüft. Sondern stelle alles unter das Licht der Heiligen Schrift, dies ist der einzige zuverlässige Maßstab, den wir von Gott an die Hand bekommen haben, um uns orientieren und beurteilen zu können. Überprüf auch das in Bezug auf die neuapostolische Entstehungsgeschichte Geschriebene mit der zur Verfügung stehenden Literatur (siehe Literaturhinweise).

Es geht nicht um die Reformation einer Glaubensgemeinschaft

Ich möchte noch, dass Du weißt, ich selbst war über dreißig Jahre von Geburt an neuapostolisch. Diese Schrift entstand nicht aus Enttäuschung heraus oder weil ich der Neuapostolischen Kirche schaden möchte. Ich sorge mich sehr um jeden, der Mitglied der Neuapostolischen Kirche ist. Meine Liebe zu Dir und zu meinem Herrn Jesus Christus trieb mich dazu, diese Zeilen für Dich aufzuschreiben. Es geht nicht um die Reformierung einer ganzen Glaubensgemeinschaft, sosehr dies auch wünschenswert wäre. Es geht um jede einzelne Seele, es geht um Dich und Deine ewige Zukunft!

Einem kannst Du ganz sicher vertrauen und das ist Jesus Christus. Er sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ –  Joh. 14, 6 (SLT).

Jesus Christus ist die Wahrheit! In den Schriften des Neuen und Alten Testaments erfahren wir etwas von Jesus Christus, der Wahrheit. Er sagt uns auch, wie wir zu Gott zum Vater kommen, durch ihn! Er ist auch der Weg und wer diesen Weg beschreitet, der kommt zum Vater und damit zum Leben, darum ist Jesus auch das Leben! Jesus selbst sagt in Kapitel 3, Vers 20 seiner Offenbarung: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir – Off. 3, 20 (SLT).

Der Herrn klopft an!

Hörst Du das Klopfen des Herrn? Hast Du ihm die Tür bereits aufgetan?

Öffne ihm doch die Tür, wende Dich im Gebet an ihn und bitte ihn, dass er in Dein Leben kommt, bitte ihn um Vergebung Deiner Sünden. Ein solches Gebet könnte in etwa so lauten: „Herr Jesus Christus, Du weißt, dass ich in meinen Gedanken, meinen Worten und meinem Handeln gegen Dich gesündigt habe. Und wie oft hätte ich Gutes tun können und habe es nicht getan. Bitte vergib mir. Ich bereue meine Sünden und möchte mich von allem abwenden, was falsch ist. Du hast Dein Leben für mich am Kreuz gegeben. Deshalb gebe ich Dir jetzt mein Leben. Und ich bitte Dich, nimm Du es in Besitz. Komm als mein Erlöser, der mich rettet. und als mein Herr, der mich führt. Komm als mein Freund, der mich umgibt. Ich danke Dir, dass Du mich erhört hast! Amen.“

Wenn du dieses Gebet von ganzem Herzen gebetet und ernst gemeint hast, dann hast du jetzt Jesus in dein Leben aufgenommen. Nun lebt er durch seinen Heiligen Geist in dir.

Der Himmel jubelt

Wie geht es nun weiter? Du bist nun ein Kind Gottes, große Freude ist nun im Himmel. Du bist nun auch ein Christ. Schau Dich doch einmal in Deinem Ort um, ob es dort eine bibeltreue christliche Gemeinde gibt. Du erkennst sie daran, wie sie zur Bibel steht und was im Zentrum ihres Lebens und ihrer Verkündigung ist. Wenn sie die Bibel uneingeschränkt als das Wort Gottes, als wahr, als vom Heiligen Geist inspiriert und ohne Fehler sieht, wenn Jesus der Mittelpunkt der Predigt und der Gemeinschaft ist, dann bist Du richtig.

Die Gemeinschaft mit Christen ist stärkend und bringt Freude zugleich. Lies selbst die Heilige Schrift, sie ist das geschriebene Wort Gottes. In der Bibel erfährst Du den Willen Gottes und etwas darüber, wie es nun, über diese ersten Schritte hinaus, weitergeht, mit Dir ganz persönlich und der Zukunft der Welt. Du darfst Dich natürlich auch gerne an uns wenden.

Der Herr segne und behüte Dich

© Lutz Jusko

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Quellen:

(1) Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 110, Neuapostolische Kirche International, Zürich/Schweiz, 1992

(2) Glaubensbekenntnis von 1908, zitiert über Friedrich-Wilhelm Haack, Die Neuapostolische Kirche, München, 1996

(3) Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 299, J.G. Bischoff, Frankfurt a. M., 1971

(4) Das Zeugnis der Apostel an die geistlichen und weltlichen Häupter der Christenheit – Aufgestellt im Jahre 1836, Das Apostelkollegium der Neuapostolischen Gemeinden, Frankfurt (M.), 1932, S. 3

(5) Das Zeugnis der Apostel an die geistlichen und weltlichen Häupter der Christenheit – Aufgestellt im Jahre 1836, zitiert nach Manuskript-Fotokopie Oekumenischer Verlag Dr.R.-F.Edel, Lüdenscheid-Lobetal, S. 3

(6) Neben den Kirchen, Rüdiger Hauth, Neukirchen-Vluyn, 1995, S. 37

(7) Zit. nach: Neuapostolische Kirche – Gibt es wieder Apostel, Dr. Lothar Gassmann, Lage, 2001, S.16

(8) Die Katholisch-apostolischen Gemeinden in Deutschland und der ’Fall Geyer’, Johannes Albrecht Schröter, Marburg, 1998, S 210ff

(9) Zitiert nach: Die Katholisch-apostolischen Gemeinden in Deutschland und der ’Fall Geyer’, 1998, S 300

(10) ebenda S. 228

(11) ebenda S. 236

(12) ebenda S. 237-238

(13) ebenda S. 238

(14) ebenda S. 239

(15) ebenda S. 240

(16) ebenda S. 241

(17) Apostel und Propheten der Neuzeit, Helmut Obst, Göttingen, 2000, S.81

(18) Werbeschrift: Die Neuapostolische Kirche, Neuapostolische Kirche International, Zürich/Schweiz, 1993

(19) Statuten der Neuapostolischen Kirche International, Wien, 1990, Präambel

(20) Statuten der Neuapostolischen Kirche International, Johannesburg, 2002, Artikel 2.1



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