Die Neuapostolische Kirche führte als zentralen Bestandteil ihrer Glaubenslehre das Sakrament der Versiegelung ein. Während der Versiegelung soll dem Gläubigen der Heilige Geist „gespendet“ werden. Was lehrt und praktiziert die Neuapostolische Kirche bezüglich Versiegelung und Empfang des Heiligen Geistes darüber hinaus? Im Anschluss an diesen Artikel finden Sie ein Interview mit einem echten Apostel des Herrn zu diesem Thema.
Nach der Lehre der Neuapostolischen Kirche können Menschen nur durch Handauflegung und Gebet eines lebenden Apostels den Heiligen Geist empfangen. Diesen Vorgang nennt man innerhalb der NAK Versiegelung. Aus dem Buch „Fragen und Antworten“: „Welche Aufgaben haben die Apostel?“ Antwort: „Mit dem Heiligen Geist zu versiegeln“ (Frage 180 1a): „Wie empfingen die ersten Christen den Heiligen Geist?“ Antwort: „Durch Gebet und Handauflegung der Apostel wurden die ersten Christen, mit dem Heiligen Geist versiegelt. Der Hauptmann Kornelius und seine Angehörigen empfingen den Heiligen Geist ohne Handauflegung, aber in Gegenwart des Apostels Petrus. Gott machte diese Ausnahme, um dem Apostel zu zeigen, dass auch Heiden des Heiligen Geistes teilhaftig werden können.“ (Frage 219 1b) „Wer spendet den Heiligen Geist in unserer Zeit?“ Antwort: „Wie in der Urkirche sind auch in der Neuapostolischen Kirche die Apostel Jesu tätig, den Heiligen Geist zu spenden.“ (Frage 220: 1b)
Da die Exklusivität der Spendung des Heiligen Geistes in den vergangenen Jahrzehnten viel Widerspruch in anderen christlichen Denominationen hervorgerufen hat, war man in der NAK bemüht, die Formulierungen abzuschwächen und die Exklusivität zu verschleiern. Faktisch hat sich dennoch bis heute (2026) am Exklusivitätsanspruch der Neuapostolischen Kirche nichts verändert. Heute formuliert man im Katechismus der NAK folgendermaßen: „Die formgerechte Spendung der Heiligen Versiegelung – Während bei der Heiligen Wassertaufe das Wasser und beim Heiligen Abendmahl Brot und Wein die sichtbaren Elemente sind, ist dies bei der Heiligen Versiegelung – dem neutestamentlichen Zeugnis entsprechend – der Gestus der Handauflegung durch den Apostel. Ebenso gehört das Gebet des Apostels zur formgerechten Spendung dieses Sakraments. Das Sakrament der Heiligen Versiegelung, der Geistestaufe, wird ausschließlich von Aposteln gespendet.“ (Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche – 8.3.6 – Stand 2026)
Die Heilige Schrift zeugt davon, dass der Mensch auf mindestens drei verschiedene Weisen den Heiligen Geist empfangen kann:
– Erstens durch Handauflegung eines Apostels
– Zweitens durch Handauflegung und Gebet eines einfachen Jüngers
– Drittens durch das Herniederfallen des Geistes auf die Gläubigen
Immer aber ist Gott, der Spender des Heiligen Geistes.
Tatsächlich konnten die Apostel Christi der Urgemeinden durch das Auflegen ihrer Hände und Gebet, den Empfang des Heiligen Geistes bewirken: „Und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten“ (Apg. 19, 6). Zusätzliche Bibelstellen: Apg. 8,18 und Apg. 19,6.
Aus der eben genannten Tatsache kann aber nicht zwangsweise geschlossen werden, dass ausschließlich Apostel den Heiligen Geist spenden können, denn auch ein einfacher Jünger legte dem Saulus die Hände auf und betete über ihm. Während dieser Handlung empfing Saulus den Heiligen Geist und wurde wieder sehend. Es ist von dem Jünger Hananias die Rede, von dem nirgends in der Bibel berichtet wird, dass er ein Apostel war. Hier nahm sich der Herr einen einfachen Jünger als Werkzeug: „Es war aber ein Jünger in Damaskus, mit Namen Hananias; und der Herr sprach zu ihm in einer Erscheinung: Hananias! Er aber sprach: Siehe, <hier bin> ich, Herr.“ (Apg. 9, 10)
„Hananias aber ging hin und kam in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus – der dir erschienen ist auf dem Weg, den du kamst–, damit du wieder sehend und mit heiligem Geist erfüllt werdest. Und sogleich fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er wurde sehend und stand auf und ließ sich taufen.“ (Apg. 9,17 f.)
Die dritte Möglichkeit, den Heiligen Geist zu empfangen, ist in Apostelgeschichte 10,44 beschrieben: „Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten.“ Die Bibelstelle in Apostelgeschichte 8,18: „Denner (der Heilige Geist) war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus“, zeigt uns, dass das Auflegen der Hände der Apostel keineswegs die einzig übliche Art war, den Heiligen Geist zu empfangen. Wenn das so wäre, wie es die Neuapostolische Kirche behauptet (siehe: Frage und Antworten, Frage 2191b), würde uns der Schreiber der Apostelgeschichte sicher nicht darauf aufmerksam machen, dass der Geist noch nicht auf die gefallen war, die das Wort angenommen hatten, sondern würde es nicht erwähnen, da dies eigentlich nicht vorgesehen war.
Wir sehen also: Nicht nur durch Apostel Christ hat der Herr den an Jesus gläubig gewordenen Seelen den Heiligen Geist gespendet. Er legt sich also nicht auf eine Methode fest, sondern bedient sich unterschiedlicher Methoden, um sein Vorhaben, die Gläubigen mit dem Geist auszurüsten, umzusetzen. Ansonsten würde die Kanalisierung der Spendung des Geistes nur durch Apostel, dem freien Wirken des Heiligen Geistes als Teil der Dreieinigkeit Gottes zuwiderlaufen. Christus selbst sagte dazu: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ (Joh. 3,8)
Uns ist keine Bibelstelle bekannt, aus der hervorgeht, dass der Heilige Geist ausschließlich durch Apostel vermittelt wird. Auch die ersten Apostel nahmen dies für sich selbst nicht in Anspruch. Ansonsten hätte Petrus die Vorgänge im Hause des Kornelius wohl auch nicht als göttlich anerkannt.
In der Neuapostolischen Kirche wird die Versiegelung mit der Spendung des Heiligen Geistes gleichgesetzt. Es wird nicht differenziert zwischen der Spendung des Geistes und der daraus erfolgenden Versiegelung durch Gott. Nur Gott der Herr versiegelt und nicht der Mensch: „Der uns aber mit euch festigt in Christus und uns gesalbt hat, ist Gott, der uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat.“ (2. Kor. 1,21 f.) „Der uns aber eben hierzu bereitet hat, ist Gott, der uns das Unterpfand des Geistes gegeben hat“ (2. Kor. 5,5) „Deshalb nun, wer verwirft, verwirft nicht einen Menschen, sondern Gott, der auch seinen Heiligen Geist in euch gibt“ (1. Thess. 4,8)
Gott gibt also den Heiligen Geist und versiegelt die Gläubigen. Dies tut er auf unterschiedliche Arten, er ist nicht festgelegt auf ein Schema.
In der Neuapostolischen Kirche sollen Säuglinge bereits kurz nach der Geburt den Heiligen Geist empfangen. Dies gilt für Kinder, die in die Gemeinschaft hineingeboren werden, deren Eltern also bereits neuapostolisch sind. Ein Mensch also, der noch nicht glauben kann, der noch nicht das Wort Gottes gehört hat und der das Evangelium nicht in dem Maße ergreifen kann, dass er sich bewusst zu Jesus Christus bekehren kann. Auch zum neuapostolischen Glauben konvertierte Erwachsene sollen durch Handauflegung den Heiligen Geist empfangen und durch diese Handlung versiegelt werden. Zuvor müssen sie die Lehre der Neuapostolischen Kirche als die reine ‚Jesulehre‘ und die heutigen Apostel als die Repräsentanten Christi auf Erden anerkennen.
„Nur dies will ich von euch wissen: Habt ihr den Geist aus Gesetzeswerken empfangen oder aus der Kunde des Glaubens?“ (Gal. 3, 2)
„In ihm <seid> auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung“ (Eph. 1,13)
Weiter Bibelstellen: Gal. 3,5; Gal. 3,14
Wesentlich für den Empfang des Heiligen Geistes ist der Glaube an Jesus Christus. Das wird in den oben genannten und in vielen anderen Bibelstellen deutlich. Zunächst muss das Wort der Wahrheit, das Evangelium Jesu Christi mit seiner rettenden Wirkung, vom Menschen gehört worden sein. Erst wenn er dann gläubig geworden ist, wird ihm das Heil zuteil. Er empfängt den Geist Gottes und wird von Gott versiegelt. Auch hier ist, wie bei der Sündenvergebung, der Glaube das Wesentliche, der Glaube an unseren Herrn Jesus Christus und nicht an die Apostel.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts soll in Schottland und England erneut, wie einst zu Pfingsten, der Heilige Geist ausgegossen worden sein. Die Neuapostolische Kirche beruft sich hierbei unter anderem auf die alttestamentliche Metapher des Spätregens. (z. B. in dem Heft „Göttliche Verheißungen und ihre Erfüllungen“ 2).
„So lasst uns <ihn> erkennen, <ja,> lasst uns nachjagen der Erkenntnis des Herrn! Sicher wie die Morgenröte ist sein Hervortreten. Er kommt wie der Regen <zu> uns, wie der Spätregen, der die Erde benetzt.“ (Hos. 6,3)
„Und ihr, Söhne Zions, jubelt und freut euch im Herrn, eurem Gott! Denn er gibt euch den Frühregen nach <dem Maß> der Gerechtigkeit, und er lässt euch Regen herabkommen: Frühregen und Spätregen wie früher.“ (Joel 2,23)
Der Vers Joel 2,23 kann sich nur auf eine Zeit vor Pfingsten beziehen, denn in Joel 3,1 steht: „Und danach wird es geschehen.“ Joel 3,1 ist die Ankündigung der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten. Petrus bezieht sich auf diese Prophetie des alten Bundes: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben.“ (Apg 2,17) Der Wortlaut deckt sich weitgehend mit Joel 3,1: „Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen.“
Wir sehen also, dass sich der Spätregen in Joel 2,23 nicht auf eine „zweite“ Ausgießung des Heiligen Geistes nach Pfingsten beziehen kann. Es handelt sich hierbei um die Ankündigung der wiederhergestellten Fruchtbarkeit des Ackerlandes. Der Kommentar zur Bibel 3a) stellt dies wie folgt dar: „In Israel hängt die Fruchtbarkeit des Bodens von der winterlichen Niederschlagsmenge ab. Der Frühregen fiel im Oktober und November während der Aussaat und der noch kostbarere Spätregen im März und April, wenn das Korn zu schwellen begann, kurz vor Beginn der sengenden Sommerhitze.“
Hosea 6,3 steht nicht in einem Zusammenhang mit der Ausgießung des Heiligen Geistes. In diesen Kapiteln geht es um die Unmöglichkeit wahrer Reue und die Langmut Gottes. 3b) Dies ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die neuapostolische Führung Bibelstellen aus dem Kontext herausnimmt, um eigene Standpunkte scheinbar zu belegen.
Wenn der Herr so klar die Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten ankündigt wie in Joel 3,1; in Jes. 44,3 oder in Hes. 39,29, warum sollte er dann ein so fundamental wichtiges Ereignis wie die zweite Ausgießung durch eine Metapher ankündigen? Gott kündigte wichtige Ereignisse stets mindestens im sinngemäßen Wortlaut an. Etwa die Geburt des Messias, sogar die relative Kleinigkeit des Geburtsortes (Micha 5, 1) oder, dass er von Weisen beschenkt werden würde (Psalm 72, 10) gab er vorher nicht nur als Metapher, sondern sogar wortwörtlich bekannt. Viele Einzelheiten des Leidens Christi, die Kreuzigung, die Auferstehung, die Himmelfahrt kündigte der Herr durch klare Prophetien an. Ausgerechnet eine – für neuapostolische Gläubige so wichtige – zweite Ausgießung des Heiligen Geistes, verbunden mit der erneuten Aussonderung von echten Aposteln ‚zur Wiederherstellung seines Erlösungswerkes‘, soll durch eine bildhafte Darstellung von Gott angekündigt worden sein?
Das Wirken des Heiligen Geistes im 19. Jahrhundert
Es ist unzweifelhaft, dass es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Wirkungen des Heiligen Geistes während mehrerer Erweckungsbewegungen gegeben hat, in denen sich viele Menschen zu Jesus Christus bekehrt haben. Auch in vielen Versammlungen und Gemeinden in dieser Zeit wirkte der Heilige Geist. Zeitzeugen berichten in ihren Niederschriften von Weissagungen, Krankenheilungen und Zungenrede. Diese Wirkungen soll es aber bereits im 17./18. Jahrhundert unter den verfolgten Hugenotten gegeben haben. 4a) Dort waren aufrichtige Menschen, die sich mit der Frage nach dem Willen Gottes beschäftigten und sich nach dem Heiligen Geist sehnten und um ihn gebeten hatten. Sie haben ihn manchmal auch empfangen, durch Ausgießung, wie einst die Gläubigen im Hause des Kornelius. Zu nennen sind hier das Second Great Awakening (USA, ca. 1790–1840), die Brüderbewegung um John Nelson Darby (England, ca. 1830–1850), die Neupietismus-Erweckungsbewegung (Deutschland/Schweiz, ab 1815), die Heiligungsbewegung (USA/Europa, ab 1830er) und die Gemeinschaftsbewegung (Deutschland, ab 1850er).
Weissagungen und Krankenheilungen soll es auch in der katholisch-apostolischen Bewegung gegeben haben, deren Entstehung – wie die der Mormonen, der Siebenten-Tags-Adventisten und der sogenannten Christlichen Wissenschaft (Christian Science)– in diesen Zeitraum fiel.
Wie wurde der Heilige Geist über die Gläubigen zu Pfingsten ausgegossen? Und ist die vermeintliche Ausgießung des Heiligen Geistes in der Katholisch-Apostolischen Bewegung vergleichbar? So geschah es im 1. Jahrhundert in Jerusalem: „Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab, auszusprechen.“ (Apg. 2,2 f.)
John Bate Cardale, später Apostel der Katholisch-Apostolischen Bewegung
John Bate Cardale, später Apostel der Katholisch-Apostolischen Bewegung: „Der Albury-Kreis beschäftigte sich 1830 mit den schottischen Ereignissen. Ein Mitglied, der Londoner Rechtsanwalt John Bate Cardale, veröffentlichte in der seit 1829 bestehenden Quartalsschrift des Kreises »The Morning Watch« einen sehr positiven Bericht über seine Erfahrungen: »Man erkennt an diesen Menschen, dass sie unter einer übernatürlichen Führung stehen, ob sie nun unbekannte Laute von sich geben oder geisterfüllt in ihrer eigenen Sprache reden. Ihr Benehmen und Reden unterscheidet sich, allgemein gesprochen, von ihrem normalen Verhalten. Es scheint, als würden ihre Organe von einer übernatürlichen Macht benützt, und sie selbst erklären, dass es der Heilige Geist sei.« Dabei sind sie »völlig frei von jeglichem Fanatismus oder Enthusiasmus«, vertreten keine fanatische Theologie und »sind alles andere als Sektierer«. Auch Cardales junge Frau, in ihrem Wesen allem Enthusiastischen abgeneigt, »sprach sehr feierlich drei Sätze in einer unbekannten Sprache und fügte dann drei englische Sätze als Übersetzung hinzu«“ 5)
John Nelson Darby, Begründer der Brüderbewegung:
„Erwartungsvoll reiste Darby nach Schottland. In Row stieß er auf einen Kreis, der mitten im Enthusiasmus einer Erweckung lebte. Die Mitglieder dieses Kreises berichteten ihm von Glaubensheilungen; sie sprachen in andern Zungen und hatten nach ihrer Überzeugung verschiedene Geistesgaben empfangen. Doch die Erscheinungen in Schottland entsprachen nicht den Vorstellungen Darbys von der Gegenwart des Heiligen Geistes. Er wandte sich ganz entschieden von diesen Kreisen, die dann wesentlich zur Entstehung der Katholisch-Apostolischen Gemeinden (s. Seite 244 ff.) beigetragen haben, ab. Er konnte in den enthusiastischen Erscheinungen keinen Sinn sehen. ‚Zu Pfingsten‘, so schrieb er einmal, ‚wurden die Sprachen von allen, die Zungen der Irvingianer dagegen von keinem verstanden.‘“ 4b)
Nach allem, was wir uns erarbeitet haben, müssen wir festhalten, dass der Exklusivitätsanspruch der neuapostolischen Apostel nicht haltbar ist. Gott spendet seinen Heiligen Geist jenen, die an Jesus Christus gläubig geworden sind, je nach Situation auf die Art, die er für richtig erachtet. Und das ist gut so. Gott selbst versiegelt und spendet den Heiligen Geist. Er macht sich nicht vom sakramentalen Handeln der Menschen abhängig. Der Geist ist frei und weht, wo er will. Der Heilige Geist, kann erst empfangen werden, wenn der Mensch in der Lage ist, bewusst zu glauben und umzukehren. Dies schließt Säuglinge und Kleinkinder aus. Eine zweite Außgießung des Heiligen Geistes wurde nicht in der Heiligen Schrift angekündigt, und es ist sehr zweifelhaft, ob die Ereignisse im 19. Jahrhundert in der Katholisch-Apostolischen Bewegung in Schottland Wirkungen des Heiligen Geistes waren. Hierzu finden Sie noch weitere Informationen in dem Artikel „Das Entschlafenenwesen – Spiritismus“.
© 2026 Lutz Jusko
Quellen:
Titelbild: KI Bild von freepik
1) Fragen & Antworten über den neuapostolischen Glauben, Neuapostolische Kirche International, Zürich, 1992, (ehem. Katechismus der NAK)
1a) ebenda S. 84
1b) ebenda S. 102
2) Göttliche Verheißungen und ihre Erfüllungen, Neuapostolische Kirche- Internattionaler Apostelbund, Zürich, 1982, S. 17
3) Kommentar zur Bibel, Donald Guthrie, J. Alec Motyer, 1998, 3a) S. 890 ; 3b) S. 874
4) neben den Kirchen, Rüdiger Hauth (Hrsg.), 1995, 4a) S. 245; 4b) S. 37
5) Seher Grübler Enthusiasten, Kurt Hutten, 1997, S. 2
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