Das Entschlafenenwesen der Neuapostolischen Kirche mit den sogenannten Entschlafenengottesdiensten ist unter Christen sehr umstritten. Handelt es sich dabei um Spiritismus in neuapostolischer Form oder um eine biblisch legitime Praxis und Glaubenslehre? Man könnte die Frage auch verkürzt stellen: Gibt es eine Errettung nach dem Tod?
Nach neuapostolischer Lehre ist eine Errettung nach dem Tod des natürlichen Körpers möglich. Darum werden sogenannte Entschlafenengottesdienste abgehalten. Während eines solchen Gottesdienstes sollen die schon Verstorbenen durch die lebenden Apostel der NAK an den ‚Gnadenhandlungen‘ teilhaben können. Sie werden stellvertretend für die Toten von Lebenden hingenommen. (aus dem ehem. Katechismus der NAK dem Buch ‚Fragen und Antworten‘, Frage 248 & Frage 249). Heute heißt es im Katechismus der Neuapostolischen Kirche sinngemäß gleich: „Seit dem Opfer Christi ist der Zustand der Seelen im Jenseits zum Guten hin veränderbar. Heil kann also auch noch nach dem leiblichen Tod erlangt werden.“ 1) „… Die Spendung der Heiligen Wassertaufe, der Heiligen Versiegelung und des Heiligen Abendmahls für Entschlafene geschieht, indem die jeweilige sichtbare Handlung an Lebenden vorgenommen wird. … Die Heilswirkung kommt hierbei nicht den Lebenden, sondern einzig den Entschlafenen zugute.“ 2)
Aus der Heiligen Schrift jedoch geht hervor, dass eine Erlösung und Errettung nach dem natürlichen Tod nicht mehr möglich ist. Der Tod markiert eine Grenze, nach deren Übertritt der Mensch keine Möglichkeit zur Umkehr mehr hat (siehe das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus). Dies geht aus mehreren Textstellen hervor: „Und zu diesem allen ist zwischen uns und euch (den Bereichen in der Ewigkeit) eine große Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.“ (Luk. 16, 26) „Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach, danach aber das Gericht.“ (Hebr. 9, 27) „Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.“ (2. Kor. 5, 10)
Was müssen wir aus diesen Textstellen schließen? Es gibt verschiedene Bereiche in der Ewigkeit. Zwischen diesen Bereichen ist aber eine große Kluft, die niemand überwinden kann. Das Gegenteil aber wird von der NAK gelehrt, denn dies wäre die Voraussetzung zur Errettung Verstorbener. Zudem müssen wir feststellen: Was ein Mensch zu Lebzeiten geglaubt und getan hat, entscheidet über Errettung oder Verdammnis (siehe auch: Hebr. 9, 27; 2. Kor. 5, 10; Off. 20, 11–15).
Es stellt sich die Frage: „Was ist mit den Seelen, die das Evangelium von Jesus Christus während ihres Lebens nicht gehört haben, weil niemand da war, der es ihnen verkündigte?“
Menschen dürfen kein Rettungskonzept konstruieren, das nicht der biblischen Lehre entspricht und damit unter Umständen eine notwendige Entscheidung, die zu Lebzeiten getroffen werden muss, verhindert. Wenngleich wir nicht wüssten, wie Gott an den Seelen handelt, die nichts von der Errettung durch Jesus Christus gehört haben, dürfen wir nichts lehren und praktizieren, was uns nicht durch das Wort Gottes offenbart worden ist. Gott lässt uns aber nicht im Unklaren über diese Gruppe. Im Römerbrief finden wir folgende Hinweise.
„Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn sein unsichtbares <Wesen>, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien; weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde.“ (Röm. 1, 18–21)
„Denn so viele ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verloren gehen; und so viele unter Gesetz gesündigt haben, werden durch Gesetz gerichtet werden – es sind nämlich nicht die Hörer des Gesetzes gerecht vor Gott, sondern die Täter des Gesetzes werden gerechtfertigt werden. Denn wenn Nationen, die kein Gesetz haben, von Natur dem Gesetz entsprechend handeln, so sind diese, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz. Sie beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist, indem ihr Gewissen mit Zeugnis gibt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen – an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen richtet nach meinem Evangelium durch Jesus Christus.“ (Röm. 2, 12–16)
Jeder Mensch kann den Herrn und seinen Willen, zum einen in seiner Schöpfung und zum anderen im eigenen Gewissen, erkennen und wahrnehmen. Niemand kann sich entschuldigen für sein sündiges Handeln und seinen Unglauben. Das eigene Gewissen legt Zeugnis ab über die Existenz Gottes. Jeder hat aufgrund dieser Erkenntnis die Möglichkeit, sich dem Schöpfer unterzuordnen und ihm zu dienen. Es ist also nicht notwendig, eine Lehre zur Errettung für bereits verstorbene Menschen aus der Heiligen Schrift herauslesen zu wollen.
Um die Korrektheit der neuapostolischen Glaubenspraxis der Entschlafenengottesdienste zu belegen, wird oft von Träumen und Visionen der Glaubensgeschwister berichtet. Diese Träume und Visionen sollen als Beispiele für die Wirksamkeit und das Verlangen der Seelen in der Ewigkeit dienen. Diese Berichte finden sich gehäuft in der Zeit vor den sogenannten Entschlafenengottesdiensten inder NAK-Zeitschrift „neuapostolisch – Das Kirchenmagazin“ und als Erfahrungsberichte in den Gottesdiensten.
Was ist von solchen Berichten zu halten? Können Träume als Beweis für die Wahrheit eines Sachverhaltes dienen? Was sagt der Gott zu solchen Träumen? Auch hierauf gibt die Bibel wieder eine Antwort: „Ich habe gehört, was die Propheten reden, die in meinem Namen Lügen weissagen und sprechen: »Ich habe einen Traum gehabt, ich habe einen Traum gehabt!«Wie lange soll das noch gehen? Soll etwa die falsche Weissagung im Herzen der Propheten bleiben? Und die Propheten, die selbst erfundenen Betrug weissagen, haben sie nicht im Sinn, bei meinem Volk meinen Namen in Vergessenheit zu bringen durch die Träume, die sie einander erzählen, gleichwie ihre Väter meinen Namen vergessen haben über dem Baal? Der Prophet, der einen Traum hat, der erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündige mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Weizen gemeinsam?, spricht der HERR.“ (Jer. 23, 25–28)
Können die von der Neuapostolischen Kirche zur Rechtfertigung ihrer Lehre angeführten Bibelstellen bei näherer Betrachtung diesem neuapostolischen Anspruch gerecht werden?
„Was werden sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn überhaupt Tote nicht auferweckt werden, warum lassen sie sich denn für sie taufen?“ (1. Kor. 15, 29)
Eine Textstelle, die von der NAK besonders gern zitiert wird. Es gibt mehrere Auffassungen zu dieser Textstelle. Eine Interpretation ist, dass hier eine stellvertretende Taufe, der schon Verstorbenen durch die noch Lebenden vollzogen wurde. Das ist die Auffassung der NAK. Eine andere Auslegung ist, dass die, welche sich taufen ließen, die Lücken ausfüllten, die durch jene entstanden, welche ihres Glaubens wegen den Märtyrertod sterben mussten. Damals fielen die Taufe und die darauffolgende Verfolgung und der daraus häufig resultierende Märtyrertod in einen engen zeitlichen Zusammenhang, sodass man hier von einer Taufe anstelle der Toten (sie füllten die Lücken auf, die die Gestorbenen hinterließen) und nicht stellvertretend für die Toten sprechen kann. Eine andere Auffassung meint, dass der griechische Grundtext auch bedeuten kann: „getauft wegen der Toten“. Dann kann damit eine Taufe von Menschen gemeint sein, die durch das Zeugnis eines jüngst den Märtyrertod gestorbenen Christen beeinflusst worden sind, und hoffen, mit ihm bei der Auferstehung vereint zu sein.
Der Apostel Paulus erwähnt hier diese Handlung lediglich. Er lässt jedoch offen, wie er dieses Tun bewertet, denn es geht in diesem Kapitel nicht um die Taufe, geschweige denn um eine Möglichkeit der Errettung nach dem Tod, sondern um die Realität der Auferstehung Jesu Christi. Aus dieser Textstelle die neuapostolische Glaubenspraxis ableiten zu wollen, heißt, sein Haus auf Sand zu bauen. Ebenso müssen wir uns fragen, warum das Neue Testament an keiner Stelle davon berichtet, dass Lebende stellvertretend für Tote das Abendmahl sowie den Heiligen Geist empfingen.
„Denn dazu ist auch den Toten gute Botschaft verkündigt worden, damit sie zwar den Menschen gemäß nach dem Fleisch gerichtet werden, aber Gott gemäß nach dem Geist leben möchten.“ (1. Petr. 4, 6)
Wer ist mit diesen ‚Toten‘ gemeint? Die Gläubigen, genauer gesagt die gehorsamen Entschlafenen des Alten Bundes, oder die Ungläubigen? Zu welchem Zweck, wann und von wem wurde diesen das Evangelium verkündigt? Die Antwort auf diese Fragen lautet: „Dieser Vers bezieht sich auf Menschen, denen das Evangelium gepredigt wurde, als sie noch auf Erden lebten und dem Herrn glaubten. Wegen ihres tapferen Einstehens für die Wahrheit litten sie unter den Händen böser Menschen, und in einigen Fällen wurden sie sogar zu Märtyrern. Diese Gläubigen, obwohl sie ‚den Menschen gemäß nach dem Fleisch‘ gerichtet oder verurteilt worden sind, wurden von Gott gerechtfertigt. Sie genießen nun das ewige Leben bei ihm. Sie waren nicht tot, als ihnen das Evangelium gepredigt wurde. Doch sie sind jetzt leiblich tot …“ 3)
„In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt, die einst ungehorsam gewesen waren, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurch gerettet wurden.“ (1. Petr. 3, 19–20)
Mit ‚diesem‘ in Vers 19 ist der Heilige Geist aus Vers 18 gemeint. Wenn dort in Vers 18 ‚dem Geist‘ steht, dann ist im Neuen Testament immer vom Heiligen Geist die Rede. Dies weist H. L. Heijkoop in seinem Kommentar zum 1. Petrusbrief ab S. 333 eindrucksvoll und eindeutig nach. Das heißt: Er, der von Anbeginn der Welt da war, Jesus Christus, war im Heiligen Geist schon zu Noahs Zeiten anwesend und hat das Evangelium durch die Predigt des Noahs verkündigt.
Auch wenn die Stelle so ausgelegt werden müsste, wie es die NAK gern sähe, nämlich, dass Christus im Totenreich persönlich im neuapostolischen Sinne das Evangelium verkündigt hat, stellt sich die Frage: Wie kann man daraus die Lehre und Glaubenspraxis der NAK ableiten, dass lebende Menschen als Mittler zwischen Gott und den Menschen auftreten und meinen, den Verstorbenen die Taufe, das Abendmahl und den Heiligen Geist spenden zu können? Im 1. Brief des Timotheus heißt es: „Denn {einer} ist Gott, und {einer} ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus…“ (1. Tim. 2, 5)
Das zweite Buch der Makkabäer gehört zu den Apokryphen. Dieses Buch ist deshalb der Heiligen Schrift nicht gleichzusetzen, da seine Herkunft und sein Inhalt teilweise zweifelhaft sind. Selbst die NAK hält dies sinngemäß in ihrem vorherigen Katechismus, dem Buch „Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben“, in der Frage 8 fest. Trotzdem sagt die Neuapostolische Kirche heute: „Die alttestamentlichen Spätschriften (Apokryphen) sind in der Neuapostolischen Kirche für Glauben und Lehre ebenso verbindlich wie die anderen kanonischen alttestamentlichen Schriften.“ 5a) Warum begibt sich die NAK auf dieses Glatteis? Nicht umsonst verzichten die meisten Bibelübersetzungen auf dieses Buch. Doch wenn diese Textstelle schon als Beleg herangezogen wird, dann gilt es zu bedenken, dass dort davon ausgegangen wird, dass diese zwar sündig, aber in der Hoffnung der Auferstehung entschlafen sind, also keiner geistlichen Errettung mehr bedürfen! Zur Zeit der Makkabäer war es noch üblich, Opfer zur Sühne zu bringen, Jesu Opfer war noch nicht vollbracht (Alter Bund)! Hier der Text im Zusammenhang: „Wenn er nicht erwartet hätte, dass die Gefallenen auferstehen würden, so wäre es überflüssig, ja töricht gewesen, für Tote zu bitten, sodann aber bedachte er auch, dass denen, die als fromme Leute entschlafen, die herrlichste Gnadengabe bereitet ist, das ist ein frommer und heiliger Gedanke. Darum hat er auch für diese Toten ein Sühneopfer dargebracht, damit sie von ihrer Sünde erlöst würden“ (2. Mak. 12, 44–46)
Was geschieht bei den dreimal jährlich stattfindenden Entschlafenengottesdiensten konkret? Die neuapostolischen Gemeinden beten weltweit für die Entschlafenen. Das ist zunächst wahrscheinlich nicht gefährlich, aber in Bezug auf ihren Zustand in der Ewigkeit sinnlos, wie wir weiter oben bereits festgestellt haben. Doch es passiert noch mehr: Die Gemeinde betet die ‚erlösungsbereiten‘ Seelen herbei! Die Gemeinde bildet gewissermaßen die Brücke zwischen Diesseits und Jenseits. Die Gemeinde fungiert also als eine Art Medium! Dann vollzieht der Stammapostel am Altar an den Verstorbenen durch zwei Amtsträger als Medium (meist Apostel) die Taufe, die Spendung des Heiligen Geistes (Versiegelung) und reicht ihnen das Abendmahl.
Wir haben also Folgendes: das Herbeirufen der Verstorbenen, Medien, die als Kanal dienen, und sakramentale Handlungen an Verstorbenen! Nach allgemeinem Verständnis ist das Spiritismus!
Dr. Kurt E. Koch schreibt in seinem Buch ‚Okkultes ABC‘ über die Neuapostolische Kirche diesbezüglich Folgendes: „Die Vollmacht der Apostel reicht bis in den Hades, den Bereich der Toten. Die Lebenden können nach dieser Lehre für die Toten eintreten, ja stellvertretend die Sakramente für die Toten empfangen, das heißt Taufe. Abendmahl und Versiegelung. Als Belegstelle aus der Bibel nehmen sie die nicht kanonisierten Apokryphen 2. Makk. 12, 39f. in Anspruch und aus dem Neuen Testament 1. Kor. 15, 29. Diese Bezugsstelle aus dem Korintherbrief ist an den Haaren herbeigezogen, Paulus hat weder die Vikariatstaufe (stellvertretende Taufe für die Toten) empfohlen noch verboten. Er erwähnt sie nur, weil zu seiner Zeit in den Gruppen der Essener und anderer sektiererischer Gruppen ein solcher Vorgang üblich war. Ein Beweis für die Berechtigung ist das nicht, auch nicht der Hinweis, dass Jesus den ‚Geistern im Gefängnis‘ (1. Petr. 3, 19) gepredigt hat. Die neuapostolische Versiegelung der Verstorbenen gehört viel eher zum Gebiet des Spiritismus. Dazu ein Beispiel aus meiner Arbeit: … Ein gläubiger Mann starb und hinterließ eine tiefgläubige Frau. Beide waren nie für die Sektiererei offen gewesen. Einige Zeit nach dem Tod des Mannes kamen zwei Boten der Neuapostolischen Kirche, der Verstorbene wäre ihnen erschienen und hätte ihnen einen Auftrag erteilt. Sie sollten der Witwe mitteilen, dass sie sich der Neuapostolischen Kirche anschließen solle. Die tapfere Frau antwortete: ‘Mein Mann hat die Neuapostolische Kirche abgelehnt. Das war nicht mein Mann, der Ihnen erschienen ist, sondern ein Lügengeist. Betretet mein Haus nicht mehr.’ Wohl dem, der einen klaren Durchblick hat … Interessant ist auch eine ähnliche Aussage im Lehrbuch 1952, Art. 253, wo es heißt: Martin Luther sei aus dem Totenreich erschienen und hätte im Totenreich die Salbung mit dein Heiligen Geist (durch die Versieglung) erbeten. Das ist eine Trickwerbung, mit der Mitglieder gewonnen werden sollen. Das Wenige, das in diesem kurzen Kapitel berichtet worden ist, zeigt den unbiblischen Charakter der Neuapostolischen Kirche.“5)
Wir müssen wissen, in der Katholisch Apostolischen Kirche, einem Wegbereiter der heutigen Neuapostolischen Kirche, gab es keine Entschlafenengottesdienste. Aber wie kann das sein? Waren die Apostel der KaK etwa nicht vom Heiligen Geist erfüllt und wussten so nichts von dieser ‚heilsnotwendigen Wahrheit‘? Wie auch immer, der Keim für Spiritismus war auch schon in den englischen Gemeinden der Katholisch Apostolischen Kirche angelegt. Man denke nur an die vielen angeblichen Träume und Visionen, die später zu den Apostelberufungen geführt haben, und an die übersinnlich und medial sehr begabten Schwestern der Familie Campbell.
Dr. Lothar Gassmann zitiert in seinem Vortrag „Geschichte der Neuapostolischen Kirche“: „Nun lebte nicht weit von der Hütte Grubbs entfernt die Familie Campbell. Der Vater Campbell war ein Geistlicher und hatte zwei Töchter. Die ältere Tochter hieß Isabell. Diese wurde wie eine Heilige verehrt. Menschen pilgerten zu ihr hin. Es gab offensichtlich auch da schon besondere Gaben und Erscheinungen. Isabell ist allerdings früh an Tuberkulose verstorben. Der Geist und die Verehrung gingen dann auf ihre Schwester Mary über. Beide Mädchen hatten die ‚Gabe der Weissagung‘ besessen und Visionen und Gesichte gehabt … Diese Zeit war nun gekommen‘, wird behauptet. Nun wurde auch Mary Campbell eines Tages schwer krank. ‘Lungentuberkulose’ lautete wie bei ihrer Schwester die Diagnose. Und nun heißt es weiter: ‘An einem Abend lag sie dort, ohne ein Wort zu äußern, in stillem Gebet vertieft. Zwei Freundinnen waren bei ihr zu Besuch. Plötzlich erhob sie sich und trat auf ihre Füße. Sie redete in einer Sprache, die keiner der Anwesenden verstehen konnte. … Sie wurde mit Kraft und Stärke angefüllt; denn aus eigener Kraft konnte sie diese besonderen und geheimnisvollen Worte nicht äußern. Dann legte sie sich wieder auf ihr Bett und war so schwach wie zuvor. Dies geschah am 21. März 1830.‘“ 6)
Wir bitten Dich, prüfe die Lehre, der Du folgst und die Dir verkündet wird, an dem geschriebenen Wort Gottes (1. Thess. 5, 21; Apg. 17, 11). Auch das, was wir geschrieben haben, übernimm nicht, ohne es an der Heiligen Schrift zu prüfen. Ergeben sich Widersprüche zwischen der Lehre, die Dir durch Menschen verkündigt wird, und der Heiligen Schrift, dann musst Du Dich entscheiden: „Wem vertraue ich mehr, Gott, der sich durch die Heilige Schrift offenbart (2. Tim. 3, 16), oder Menschen, die irren können?“ „Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Kor. 3, 11) „…damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen (einzigen) Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh. 3, 15–16)
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Quellen:
1) Katechismus der Neuapostolischen Kirche, 9.6 Hilfe für Entschlafene, http://www.nak.org/de/katechismus/9-das-leben-nach-dem-tod/96-hilfe-fuer-entschlafene/
2) Katechismus der Neuapostolischen Kirche, 9.6.3 Heilsvermittlung an Verstorbene ,http://www.nak.org/de/katechismus/9-das-leben-nach-dem-tod/96-hilfe-fuer-entschlafene/963-heilsvermittlung-an-verstorbene/
3) William Mac Donald, Kommentar zum Neuen Testament, S.1345, Christliche Literatur-Verbreitung e.V., Bielefeld, 1992
5) Dr. Kurt E. Koch, Okkultes ABC: Ergänzungsband zum Buch „Seelsorge und Okkultismus“, 4. Auflage, 1996, Bibel- und Schriftenmission
5a) Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche - 1.2.3 Die alttestamentlichen Spätschriften https://nak.org/de/kennenlernen/katechismus?id=62720076-9af8-4013-88dd-e190592053dc
6) Dr. theol. Lothar Gassmann, Auszüge aus einer Vorlesung an der Freien Theologischen Akademie Gießen
7) Zit. nach: Ev. Kirchenzeitung, Berlin 1864, S. 283. / Lothar Gassmann
8) (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, https://ezw-berlin.de/html/3_3051.php)
9) De Herinnering, April/Mai 1874, Hrsg. Friedrich Wilhelm Schwartz, zitiert in: Das Entschlafenenwesen, S. 70ff.
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