Neuapostolische Kirche Kritik: Fälschungen und Gedankenklau im Schrifttum der Neuapostolischen Kirche

Neuapostolische Kirche Kritik: Fälschungen und Gedankenklau im Schrifttum der NAK!

Einleitung

Blamage – Vergesslichkeit – Schlampigkeit in der Archivarbeit, eines neuapostolischen Christen. Für mich fast unverzeihbar. Fälschungen und Gedankenklau im Schrifttum der Neuapostolischen Kirche!

Im Frühjahr 2001, also vor 6 Jahren, schrieb mir ein neuapostolischer Christ unter dem Begriff Fälschung – Verfälschung  ins Stammbuch, dass der Band II der ‚Reichsgottesgeschichte‘ weitgehend aus folgendem Buch abgeschrieben ist:

Author: Helmuth von Glasenapp, Titel: Die nichtchristlichen Religionen ,Erschienen: 1957 in der Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main, Reihe: ‚Das Fischer Lexikon‘.

Ich hatte den Schriftverkehr unter Tausenden von Akten begraben. Durch Zufall kam er mir jetzt wieder in die Hände.

Das Erlebnis der Enkelkinder

Das hatte aber eine ganz andere Bewandtnis. Beide Enkelkinder (Zwillinge)  kamen weinend nach Hause. Sie wurden von ihren Freunden immer zum evangelischen Religionsunterricht mitgeschleppt, weil der Lehrer sehr plastisch die biblische Geschichte erzählen konnte. Die Kinder wurden auch über Rollenspiele, ob zu Weihnachten oder Pfingsten, mit einbezogen sowie mit ihnen Ausflüge zu den Märtyrern des evangelischen Glaubens, wie Bonhoeffer gemacht. In der Lutherstadt Wittenberg traf man mit polnischen und englischen evangelikalen Kreisen zusammen. Dabei war es immer spannend, weil der Lehrer eine besondere Gabe besaß. Die Kinder liebten und verehrten ihn  fast abgöttisch. Unsere neuapostolischen Kinder hatten somit eigene persönliche Vergleichsmöglichkeiten durch ihren eigenen Religionsunterricht. Dabei waren sie von den Eltern belehrt, ihren ‚neuapostolischen Glauben‘ so gut es ging zu verteidigen. Nicht um zu missionieren, sondern um die christliche Grundeinstellung unserer Kirche zu manifestieren.

Wie es der Zufall so will, nahmen sie einmal den zweiten Band des Buches aus dem Bischoff Verlag ‚Reichsgottesgeschichte‘ mit. Stolz zeigten sie es dem Lehrer mit der Bemerkung, auch wir haben sehr schöne inhaltsreiche christliche Literatur. Das haben unsere Apostel geschrieben und herausgegeben.

Die Skepsis des Lehrers

Der Lehrer nahm das Buch in die Hand. Da gerade Aufsatz angesagt war, konnte er es sehr aufmerksam studieren. Nach Ende der Stunde, die auch Schulschluss war, sagte er Folgendes: „Liebe Kinder, wer gehen will, dem sage ich Tschüss. Wer bleiben will, kann bleiben. Es dauert nur ein paar Minuten.“ Es blieben alle. „Ich habe hier ein sehr schönes Buch von euren Mitschülern erhalten. Auf der ersten Seite steht ausdrücklich, ich lasse es mal von den Besitzern vorlesen: ‚Dieses Lehrbuch ist ausschließlich für die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche bestimmt. Herausgegeben vom Apostelkollegium der Neuapostolischen Kirche, Dortmund.‘

Ich muss euch dazu jetzt einiges sagen. Wollt ihr die Wahrheit hören, oder soll ich lieber schweigen, um nicht unsere beiden lieben Mithörer, die ihr zum Unterricht mitgebracht habt, in seelische Bedrängnis zu bringen?“ Alle wollten hören, auch meine Enkel, was er denn nun wieder auf Lager hatte. Denn sie kannten ihren Lehrer zur Genüge. Wenn er etwas  sagte, dann hatte es Gewicht und war in sich stimmig, ohne Wenn und Aber.

Bücherrecherche

Er holte sein Handy aus der Tasche. Er erklärte, dass er fast jede Woche einmal mit der Staatsbibliothek telefonierte, um irgendwelche Werke zum Unterricht heranzuziehen, um ihn lebendiger zu gestalten.

Die telefonische Bücherauskunft war am anderen Ende der Leitung. Alle hörten über Lautsprecher mit: „Mir kommt ein Werk sehr bekannt vor, zumal auf Seite 8 (Reichsgottesgeschichte), von einem Gelehrten Helmuth von Glasenapp, die Rede ist.“ Er wollte den Nachnamen buchstabieren. Die Dame sagte aber kurz darauf: „Das wäre nicht nötig, denn der Autor ist bekannt.“  Einige Momente später kam die folgende Auskunft: „Die großen nichtchristlichen Religionen unserer Zeit, 1954, in der Staatsbibliothek Berlin, Potsdamerstr., Zu bestellen: Jahrgang 1966, Signatur Nr.: SER.3559-1-226, Staatsbibliothek Frankfurt am Main, 1954. Signatur Nr. D54/9038, Staatsbibliothek Leipzig 1954, Signatur Nr. SA 2415-228.“

Aufgrund dieser schnellen Ansage waren alle Schüler erst einmal sehr erstaunt. „Ich habe euch nun außerhalb des Unterrichts einmal ‚Bücherrecherche‘ vorgestellt. Steht nicht im Lehrplan. Einfach, schnell und billig.“

Recherchearbeit für die Enkelkinder

Zu den neuapostolischen Schülern gewandt, sagte der Lehrer nun Folgendes: „Geht hin und leiht euch das Buch aus. Vergleicht Seite für Seite. Es macht sehr viel Mühe und Arbeit. Ihr könnt es im nächsten Aufsatz als Recherchearbeit gesondert abgeben. Ich will hier keinen Verlag noch euer Apostelkollegium diskreditieren. Was aber nicht wahr ist, kann nur durch Fakten gerade gerückt werden.

Das ist dann schon die Vorstufe für die Universität. So einfach geht das. Ich gebe euch ein Beispiel: Ein Professor hält seinen Finger in ein Uringlas und leckt den Finger ab. ‚Bitte alle Studenten nachmachen.‘ Voller Ekel stecken alle den Finger rein und lecken daran. ‚Sehr schön‘ sagt der Professor. ‚Nur beobachten müssen sie noch lernen, meine Damen und Herren. Den Zeigefinger habe ich eingetaucht. Geleckt habe ich am kleinen Finger‘“. Alle Kinder lachten herzlich. Auf dem Schulhof wurden, wie es bei Kinder so üblich ist, meine lieben Enkelkinder sehr gehänselt. Deshalb das bitterliche Weinen bei mir zu Hause.

Die Aussage meiner Enkel war, dass sie nie wieder  in irgendeiner Form die Neuapostolische Kirche verteidigen würden. Das eine mal hatte ihnen völlig gereicht. Demütigungen, Hänseleien, als Spinner verschrien zu werden.

Stille sein und den Mund halten?

Nun zu meinem Thema meiner Blamage an Vergesslichkeit. Ich hatte alles an Fakten im Archiv. Wer denkt aber schon an eine solche Aufklärung bei den Enkeln. Man schämt sich ja, solches letztendlich zu offenbaren. Vor sich selber, dem Amtskörper und der eigenen Verwandtschaft. Man will bloß nicht in den Verruf eines Ketzers, Aufklärers oder Kritikers kommen. Also stille sein und den Mund halten.

Ich fand nun die Aussagen,  nahm die Enkel beiseite und zeigte ihnen meinen Schriftverkehr aus dem Jahr 2001. Sie nahmen mich ordentlich in die Mangel. Es hagelte Vorwürfe. Ich konnte ihnen wenigstens zu einem ganz kleinen Teil erläutern, dass jeder im Leben seine eigenen Erfahrungen machen muss. Da helfen keine noch so gut gemeinten Ratschläge von Oma und Opa und allen lieben Anverwandten, Priestern, Sonntagsschullehrern oder wem auch immer, wenn es mitunter auch bittere Erfahrungen sind. Sie nahmen mich in den Arm und herzten mich. Opa, wir haben aus diesem Vorfall sehr viel gelernt. Erst einmal nachdenken und die Folgen abwägen. Wenn man nicht mit Vater und Mutter darüber kann, auch mal die Alten mit einzubeziehen, oder die Lehrer, Freunde, Mitschüler oder andere Christen.

Noch einige Bemerkungen zum Buch:

  • Es gab von diesem Werk mehrere Ausgaben. 1954, 1957, 1966. 
  • Im Bischoff Verlag erschien es in etwa 1974, nach dem Vorwort von Walter Schmidt, Dortmund. 
  • Nachdem es alle ‚Weltmenschen‘, Slogan für Nichtapostolische, bereits 1954, 1957 und 1966 gelesen hatten und in deren Regalen verstaubte, bekommen es ‚apostolische‘ Leser nach 20 Jahren erstmalig in die Hand. Eigentlich bereits ‚Ladenhüter‘.
  • Es wird dem Leser und Käufer etwas vorgegaukelt. Dieses Lehrbuch ist ausschließlich für die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche bestimmt.
  • Es wird weiter suggeriert, der Herausgeber sei das Apostelkollegium der Neuapostolischen Kirche, Dortmund, als wenn dort ein hoch theologisch ausgebildeter, angesiedelter Apostel seine Schreibgriffel geführt hätte.
  • Im Vorwort von Walter Schmidt wird auf die besondere Bedeutung des wiederaufgerichteten Gnaden und Apostelamtes hingewiesen. Nur sie können das Heil vermitteln und keiner sonst. 
  • Hier schmückt man sich, wie so oft im apostolischen Schriftgut, mit fremden Federn 

Weitere Plagiate

  • Neben der erst 2007 entdeckten Abschreiberei des Heftes: ‚Die Vollendung des Heilsplanes Gottes nach den Worten Jesu‘. Autor oder noch besser Abschreiberling, Johann Gottfried Bischoff, 1935, kennen wir noch die 
  • Verfälschung des Testimoniums von 1932
  • Abschreiberling Apostel Starz über die Periodisierung, die 1999 auf der Apostel – Versammlung 1999 in Toronto auf dem Müll gekippt wurde. Vortragender Apostel Drave Ausarbeitungen von Apostel Schwarz.
  • Abschreiberling Apostel Schwertfeger.  Artikel: ‚Die Insel‘. In ‚Unsere Familie‘, vor ca. 2-3 Jahren.
  • Ausführungen vom Stammapostel Kuhlen. Über das Geschichtsbuch der NAK. Wo wesentliche Teile unterschlagen wurden, die im Geschichtsbuch ‚Alte und Neue Wege‘, von Salus 1912, lang und breit ausgeführt werden. Es geht um die ausgeschlossenen Apostel Niemeyer, Clippe, Brückner, van Osbree, Faber und andere mehr.

Die Abschreiberei nimmt kein Ende

Wenn ich noch weiter suchen würde, fallen mir noch mehr ein. Lassen wir es dabei. Das wenige möge genügen. Es fallen mir doch noch einige ein: ‚Die Spuren im Sand‘ und ‚Jesus trägt den Sünder‘ und ‚Der Teufel mit den langen Löffeln, in der Ewigkeit‘. Alles von anderen Personen okkupierte Geschichten, die zu NAK eigenen umgebaut wurden. 

Halt, Halt, Halt. Beim Schreiben fällt mir noch folgendes ein. Der Verlag Bischoff druckt ein ‚Faksimile‘ Unserer Familie, aus den Dreißigerjahren nach. Er unterschlägt sehr bewusst die Hitler freundlichen Artikel, die alle in der Familie gestanden haben. Es ist kein Faksimile Nachdruck, sondern eine Fälschung. Faksimile heißt wortwörtlich. Original – Nachdruck. Keine Spur davon. Also Fälschung. Dass von einem christlichen Verlag mit dem Anspruch der allein seligmachenden Kirche, von Apostel geleitet.

Nüchtern betrachtet

Betrachte ich die Sache im sehr nüchternen Licht der vorgetragenen Zeilen, müsste eigentlich folgendes beantragt werden: Alle Geschwister, die 1974 durch den Bischoff Verlag in sehr bewusster Weise manipuliert und getäuscht wurden, erhalten vom Verlag folgenden Aufkleber, zum Aufkleben in das Buch ‚Reichsgottesgeschichte II‘:

„Liebe Geschwister
Wir haben euch getäuscht, enttäuscht und werden es jetzt richtig stellen: Das Buch mit dem Titel ‚Reichsgottesgeschichte II‘ Wurde nicht vom Apostelkollegium verfasst. Zwar so als Herausgeber firmiert, der Autor wurde unterdrückt und verschwiegen. Es handelt sich im Wesentlichen um Nachdrucke des Buches: Helmuth von Glasenapp – Die großen nichtchristlichen Religionen unserer Zeit, 1954, 1957, 1966 erschienen, Fischer Bücherei.‘ Vom Verlag Bischoff in wesentlichen Teilen 1974 nachgedruckt. Wir haben als der Verlag Fischer schon nicht mehr an diesen christlichen Schinken gedacht hatte, die Nachdruck-Rechte erworben, für billiges Geld. Alles zu unseren Gunsten umgefummelt. Und euch, ihr lieben neuapostolischen Geschwister, als unser eigenes Machwerk verkauft. Wir bitten um Entschuldigung. Bitte diesen Text auf der 1. Seite aufkleben.
Euer Bezirks – Apostelkollegium 2007“

So müsste eine ehrliche Aufarbeitung in Sachen Geschichtsfälschung aussehen. Ja, so denken wir ehrlichen, dooofen kleinen Geschwisterlein. Wie denkt die Kirchenleitung? Tausend Meilen weit davon entfernt.

Die Jugend lässt sich nicht mehr täuschen

Es holt sie aber bereits ein. Siehe meine Enkel. Ohne mein oder anderer Zutun. Lasse diese Enkel Erwachsene werden, studieren wollen. Die Erlebnisse mit den Schülern, dem Lehrer werden doch als Brandmale in ihrer Seele unauslöschbar eingebrannt sein. Zwar vernarbt, aber eine Narben-Wunde brennt irgendwann immer wieder.

Der Genickschuss

Jetzt kommt eigentlich der Genickschuss. Nicht aus meiner Feder. Dazu gehört nichts weiter als ein gutes Gedächtnis, ein gutes Archiv, um diesen Fakt wiederzufinden. Ich argumentiere am besten mit Apostelworten, die ja wie köstlicher Tau uns umrieseln. Keine Polemik, die einen gerne umfängt.

Apostelwort Klingler
Quelle: Kalender ‚Unsere Familie‘ 2000 S. 43, Titelüberschrift: ‚Quellen‘ Seine Worte: „Der Begriff ‚Quelle‘ wird in der deutschen Sprache in verschiedenen Zusammenhängen verwendet. So gibt auch der sorgfältige Verfasser von Büchern in seinen Werken die Quellen an, die er zur Erstellung benutzte …“.
Daraus schlussfolgernd –
Es sind Apostelworte, nicht meine – :

1. Apostel Walter Schmidt hat in seinem Vorwort nicht die Wahrheit gesagt. 

2. Auch der Verlag Friedrich Bischoff, Sohn des unsterblichen Stammapostels Bischoff, nicht (Verlagsinhaber). 

3. Weder der Verlag Fischer, noch der Autor ‚von Glasenapp‘ wurde hier namentlich benannt. 

4. Es war ein 20-jähriger uralt Schinken an Literatur, der den Geschwistern als neueste Erkenntnis verkauft wurde.

Sie waren alle keine sorgfältigen Verfasser von Büchern, die in ihren Werken die Quellen angaben, die sie zur Erstellung benutzten … (Anm.: An dieser Stelle haben wir den Originaltext etwas gekürzt!). Aus der so angeblich göttlichen Literatur, von Aposteln verfasst, wird nach und nach ein armseliger Trümmerhaufen.

Alte und neue Wege

Das einzige Werk, wenn man es als solches bezeichnen darf, das den Namen verdiente, war das Buch von Salus ‚Alte und neue Wege‘, von 1912. Es wurde seit 1912 nie nachgedruckt, weil zu viele Wahrheiten enthalten waren, die der NAK – Leser nie so erfahren sollte.

Dazu trägt auch die von der Evangelischen Kirche beigesteuerte Kirchenmusik und deren Texte bei. Ich schätze mal zwischen 80 und 90 Prozent sind evangelische Texter und Dichter. Wo waren sie aber Weltmeister im fabulieren? Im Entschlafenenwesen, vom Autor Apostel Knobloch. Kein Mensch hat die Jenseitsbereiche betreten und jemals gesehen, ist außer Jesus Christus dort gewesen, aber Knobloch schreibt fast 500 Seiten, als wenn er dort ansässig oder schon Behausung dort genommen hätte. Ach ja. Luther, Melanchthon, Zwingli, Calvin und de Costa, alle im Berliner Dom unter der Decke stehend seien durch Apostel Schwarz bereits versiegelt worden und somit neuapostolische Christen!

Mit freundlicher Genehmigung von O. Wieland.

© O. Wieland


Foto: https://www.youtube.com/watch?v=tkeQPITKzPk

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