NAK und Ökumene
NAK wird Vollmitglied der ACK

„… die Vollmitgliedschaft jedoch verleiht der NAK einen Status,
der sie den Landeskirchen, den Freikirchen und den Orthodoxen gleichstellt."

Neuapostolische Kirche und Ökumene

„… die Vollmitgliedschaft jedoch verleiht der NAK einen Status, der sie den Landeskirchen, den Freikirchen und den Orthodoxen gleichstellt.“

Ein Meilenstein der Ökumene – oder ein Schritt zu weit?

Die Neuapostolische Kirche wird Vollmitglied der ACK

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) hat die Neuapostolische Kirche als Vollmitglied aufgenommen. In den Verlautbarungen klingt das nach einem Triumphzug der Ökumene: 25 Jahre Annäherung, einstimmige Beschlüsse, Festgottesdienst in Berlin. Doch die Frage, die die ACK sich hätte stellen müssen, lautet: Taugt die NAK überhaupt als gleichberechtigter Partner in einer Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen?

Wider die Schrift: Segenshandlungen an Verstorbenen

Das wohl auffälligste Problem liegt in den sogenannten Entschlafenengottesdiensten. Mehrmals im Jahr betet die NAK für Verstorbene und nimmt an diesen durch ihre Apostel Segenshandlungen vor (Taufe, Versiegelung und Abendmahl). Sie geht dabei weit über christliche Trauerpraxis hinaus: Nach Lehre der NAK sollen auch Entschlafene noch das Sakrament der Versiegelung empfangen können. Stellvertretend für die Verstorbenen nehmen noch Lebende die Segenshandlungen gewissermaßen als Medium, gespendet vom Stammapostel oder den Aposteln der Neuapostolischen Kirche, hin. Die Schrift hält dem schlicht entgegen: „Den Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“ (Hebräer 9,27) Von einem nachträglichen Gnadenangebot für Verstorbene steht dort nichts. Wer verstorbene Generationen noch in das Heilswerk einbezieht, relativiert und verfälscht das Wort Gottes und stellt sich gegen die Glaubenspraxis der überwältigenden Mehrheit der Christen.

Der Exklusivitätsanspruch: Apostelamt als Heilsschleuse

Scharf zu kritisieren bleibt zudem die traditionelle Selbstdefinition der NAK. Über Jahrzehnte verkündete sie, das Wirken des Heiligen Geistes und die Vermittlung des Heils seien an das neuapostolische Apostelamt gebunden – ein Anspruch, der alle übrigen Christen formal außerhalb des Weges zur Vollendung stellte. Zwar hat die Kirche diese Zuspitzung in den vergangenen Jahrzehnten rhetorisch abgemildert, doch die Struktur bleibt: Ohne Apostelamt keine Versiegelung, ohne Versiegelung kein Mitglied der Brautgemeinde und damit keine Entrückung bei der Wiederkunft Christi. Das ist, trocken gesagt, ein früherer Exklusivismus in sanfterem Gewand. Das ist schwer vereinbar mit dem biblischen Zeugnis von dem einen Leib Christi und der einen Gemeinde des Herrn.

Synkretismus sichert Sonderlehren der NAK ab

Man darf gespannt sein, wie dieser Schritt in den Mitgliedskirchen diskutiert wird. Die ACK-Satzung verlangt von Vollmitgliedern die Anerkennung der Basiseinheit des christlichen Glaubens – trinitarische Bekenntnisse, Taufe, Heilige Schrift. Ob die NAK diese wirklich in dem Sinne teilt, dass die Unterschiede nur noch von akademischem Interesse sind, erscheint angesichts der dargestellten Sonderlehren mehr als fraglich. Die langjährige Gastmitgliedschaft mochte ein sinnvolles Gesprächsformat sein; die Vollmitgliedschaft jedoch verleiht der NAK einen Status, der sie den Landeskirchen, den Freikirchen und den Orthodoxen gleichstellt – und damit Lehren, die den atemberaubenden Bogen von Sakramenten für Tote bis zum exklusiven ‚Apostelamt Jesus Christi‘ spannen, kirchenoffiziell absichert.

Wenn die Aufnahme der NAK dazu führt, dass die harten Fragen in der Ökumene stillschweigend ausgeklammert werden, dann ist kein Stück Zusammenwachsen gewonnen, sondern der Synkretismus und damit das Unkenntlichmachen biblischer Lehre schreiten unaufhaltsam fort.

Zieht nicht in einem fremden Joch mit Irrlehrern!

Dürfen wir als biblisch orientierte Christen und Nachfolger Jesu, mit der Neuapostolischen Kirche an einem Strang ziehen?

Lassen wir Gottes Wort sprechen: „Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen. … Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden.“ (1. Kor. 11, 4 & 13)

„Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? 15 Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? 16 Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein?“ (2. Kor. 6, 14f)

„Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: ›Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt‹!“ (Off. 18,4)

Weitere Textstellen: 1. Kor. 10, 14–22; Eph. 5, 5–11; 1. Pt. 2, 9–12; Jes. 52, 11.

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