Betrachtungen

Du bist neuapostolisch?

Ich war es auch - Wem vertraust Du?

Werdegang

Gott ist ein Gott der Ordnung. Die Natur folgt der von Gott festgelegten Ordnung. Der Erlösungsplan für uns Menschen wurde wohl geordnet von Gott geplant und ausgeführt. Die Bibel ist voll von den Ordnungen Gottes. Unordnung und Chaos ist ein Zeichen menschlichen Einflusses. Durch Unordnung und Chaos entsteht nichts Göttliches und vom Heiligen Geist inspiriertes. Paulus schreibt: "Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens." [1.Kor 14,33] Wo Gott wirkt entsteht Ordnung und Frieden und nicht Unordnung, Chaos und Streit!

Was hat das alles mit der Neuapostolischen Kirche zu tun? Wenn wir die Entstehungsgeschichte der Neuapostolischen Kirche genauer betrachten wird dies schnell deutlich. Greifen wir einige entscheidende Ereignisse heraus. Zu Beginn entstand die Katholisch- apostolische Bewegung. Im ersten Drittel des 19ten Jahrhunderts gab es scheinbar wieder Wirkungen des Heiligen Geistes wie am Anfang in den urchristlichen Gemeinden. Zungenreden, Krankenheilungen und allerlei Wunder bewegten die Gemüter. Ein Zeitzeuge jedoch, der Mitbegründer einer weiteren christlichen Bewegung John Nelson Darby beurteilte diese Dinge anders: "... Doch die Erscheinungen in Schottland entsprachen nicht den Vorstellungen Darbys von der Gegenwart des Heiligen Geistes. Er wandte sich ganz entschieden von diesen Kreisen, die dann wesentlich zur Entstehung der Katholisch-apostolischen Gemeinden beigetragen haben, ab. Er konnte in den enthusiastischen Erscheinungen keinen Sinn sehen ’Zu Pfingsten’, so schrieb er einmal, ’wurden die Sprachen von allen, die Zungen der Irvingianer dagegen von keinem verstanden’." (6) Auch in der Gemeinde in London, die Edward Irving selbst prägte, gab es solche Erscheinungen, ein Zeitzeuge: „Ich ging zur Kirche ... und war wie gewöhnlich durch Irvings Vorträge und Gebete sehr befriedigt und erbaut; plötzlich aber wurde ich unerwartet unterbrochen durch die wohlbekannte Stimme einer Schwester, welche nicht länger im Stande sich zurückzuhalten und die kirchliche Ordnung scheuend, in die Sakristei eilte und dort dem Ausbruche freien Lauf ließ, während eine andere, wie ich hörte, aus demselben Antrieb das Seitenschiff entlang und durch die Haupttür zur Kirche hinauseilte. Die plötzlichen kläglichen unverständigen Töne wurden von der ganzen Versammlung gehört und verursachten die äußerste Verwirrung. Das Aufstehen, das Verlangen, etwas zu sehen, zu hören und zu verstehen von jeder der anwesenden 1.500 oder 2.000 Personen machte einen Lärm, den man sich leicht vorstellen kann...“. (7) Tumultartige Zustände in der Gemeinde, gewirkt vom Heiligen Geist?!

Als es zur ersten Abspaltung von der Katholisch- apostolischen Bewegung im Jahre 1863 kam, war ebenfalls alles andere als die Ordnung Gottes erkennbar. Nachdem der Prophet Heinrich Geyer vergeblich versucht hatte neue Apostel zu berufen - Die Berufungen wurden entweder von den Aposteln oder den Berufenen selbst verworfen - , bezeichnete er am 10.10.1862, nachts ohne Wissen der noch lebenden Katholisch-apostolischen Apostel (Der Apostel Woodhouse war mit Heinrich Geyer zusammen in Königsberg auf einer Visitationsreise) den Ältesten Rudolf Rosochacky zum Apostel. Dieser nahm die Berufung an, wurde aber erst einige Monate später im Januar 1863 als Apostel der Gemeinde in Hamburg vorgestellt und von dieser akzeptiert. Vorher im Dezember 1862 wurde Geyer allerdings vom Engel (Bischof) der Berliner Gemeinde aufgrund unterschiedlicher Auffassung über die Entrückungslehre suspendiert. Der Prophet wurde nach den Ereignissen in Hamburg exkommuniziert. (8) Nur wenige Tage nach der Anerkennung in Hamburg wandte sich Rosochacky gegen seine Berufung, bezeichnete sie als Irrtum und kehrte reumütig zur Kath.- Ap. Bewegung zurück. Er schrieb an F. Schwarz in Hamburg: „...Als die Gemeinde zu Hamburg die Kunde vernahm, dass ein weiterer Apostel berufen sei, da war ihre erste Tat Empörung gegen die ihr von Gott gegebene Ordnung. Unmöglich war dies ein Wirken des Heiligen Geistes...Wer hat der Gemeinde das Recht gegeben, mich als Apostel anzuerkennen und als solchen mich zu proklamieren? Wäre meine Berufung eine göttliche gewesen, so hätte kein Widerspruch mit den übrigen Aposteln entstehen können, denn ein Apostel Jesu Christi kann nicht den anderen Apostel des Herrn hinauswerfen und absetzen helfen...Wäre er (Geyer) damals wirklich vom Heiligen Geist getrieben, und wollte mich Gott zu seinem Apostel haben, so wäre die Berufung nicht heimlich geschehen, sie hätte nicht nötig gehabt das Licht zu scheuen...Fragen wir nun endlich, wie es möglich gewesen sei, so in die Ränke Satans zu geraten, so arg sich zu verirren und zu versündigen, wie wir es getan...“ (9).

Dies war nun der 13-Tage Apostel, der sich abspaltenden Hamburger Gemeinde. Was ist geschehen? Welch ein Chaos. War Rosochacky tatsächlich ein Apostel? Wenn ja, warum wurde er von den anderen Aposteln nicht anerkannt? Wenn ja, warum hat er dies selbst nachträglich verworfen? Wenn nein, war dann Geyer ein echter Prophet, der doch Rosochacky als Apostel berief? Waren die anderen keine echten Apostel, da sie doch die Berufung nicht anerkannten? Wie kann aus einer Bewegung mit falschen Aposteln eine echte apostolische Bewegung hervorgehen? Wo ist der feste Grund, die Grundlage? Ist dieses Wirrwarr die Wirkung des Heiligen Geistes?

Nun stand diese neue Gruppe, die sich später Allgemeine christliche apostolische Mission nannte, ohne Apostel da und es entstand Verunsicherung, Ratlosigkeit und Bestürzung. Während einer Abwesenheit von Geyer wurde in Hamburg daraufhin der Priester Preuß von einem Diakon zum Apostel berufen. Ämter wurden bis zu diesem Zeitpunkt immer und ohne Ausnahme vom Propheten berufen. Geyer beschreibt dies folgendermaßen: „...wehrend ich in Berlin war, in Hamburg durch einen Diakon der Priester Preuß als Apostel berufen wurde. Ich wurde durch den Vorsteher Priester Schwarz nach Hamburg gerufen, um hier Rath zu geben, indeß ich konnte geschehene Dinge nicht ungeschehen machen. Es war im Wege der Unordnung geschehen, so wie Ruben seines Vaters Jacob Bette bestiegen (Gen. 35,22 - Verf.), so konnte ich auch ein solch uneheliches Kind nicht töten. Wir mussten unser Schicksal tragen, bis am 25. Juli 1878 dieser Bruder Preuß starb. Ich schweige von all dem Leid, welches uns während der zeit widerfuhr.“ (10) So der Prophet Geyer über den zweiten Apostel nach der Abspaltung von der Katholisch- apostolischen Bewegung! Geyer, der selbst Rosochacky im Wege der Unordnung berufen hatte bezeichnete die Berufung Preuß´ als in Unordnung geschehen, er war ein Schicksal das man tragen musste, gleich einem unehelichen Kind, das man nicht töten konnte, welches viel Leid verursachte?! Das war nun der zweite Apostel nach der Abspaltung von der Kath.- Ap. Bewegung.

Leider sind wir noch nicht bei der Neuapostolischen Kirche angelangt. Die Allgemeine christliche apostolische Mission hatte zunächst in Hamburg, in Berlin, in Norddeutschland und später auch in Holland (Dort hieß sie zunächst Apostolische Zending und später Hersteld Apostolische Zendingkerk) ihre Gemeinden und Anhänger. Geyer berief im Jahr 1964 noch 4 weitere Apostel (Stechmann, Hohl, Hoppe und Bösecke) für bestimmte Stämme (Apostelbezirke). Der Apostel Schwarz setzte 1872 F. W. Menkhoff als Apostel ein.

Im Jahr 1878 kam es in Hamburg während eines Gottesdienstes zu tumultartigen Geschehnissen. Zu dieser Zeit brodelte es in der Gemeinschaft wg. der Nachfolgefrage des verstorbenen Apostels Preuss. Heinrich Geyer verließ das Gemeindelokal mit dem überwiegenden Teil der Gemeindemitglieder. Nur eine kleine Anzahl blieb bei den Aufständischen. Aus dieser kleinen Anzahl Gemeindemitgliedern - unter denen schon Fritz Krebs, der spätere Stammapostel war, er war extra aus dem Harz angereist und unterstützte die Tumulte - entstanden später die Neuapostolischen Gemeinden. Die Geschehnisse im Einzelnen: „Am Sonntag dem 31.3.1878, berief er (Geyer) im Gottesdienst der Hamburger Gemeinde den dortigen Unterdiakon J.F.L. Güldner zum Apostel für Norddeutschland und Skandinavien“. (11) Zu dieser Zeit lag der Apostel Preuss wahrscheinlich an Magenkrebs leidend auf dem Krankenlager. „Preuss, der sich offensichtlich übergangen fühlte,...bestimmte ’noch auf dem Totenbette’ den Ältesten Eduard Wichmann 'zu seinem Nachfolger’...Unter dem Einfluß von Wichmann - der (laut F. Schwarz) ’selber Apostel zu sein’ wünschte... - und Krebs versuchten die Gegner Geyers und seiner Anhänger die Aussonderung von Güldner mit allen Mitteln zu verhindern...“ (12) . Ein Augenzeuge berichtet über den Berufungsgottesdienst am 4.8.1878 nach dem Tod von Apostel Preuss, dieser war zuvor am 25.7.1878 verstorben: „ ’Als die Berufung (Güldners) durch den Propheten Geyer ausgesprochen war, erhob sich, wenn ich nicht irre, ein Widerspruch...aus der Gemeinde, ich erinnere mich noch sicher daran, dass F.Wachmann...rief: »Es muss geschieden werden« ...Darauf erhob sich Wichmann, drückte den Propheten Geyer, mit beiden Händen auf dessen Schulter fassend, nieder und sagte: »Nun will ich mal die Sache in die Hand nehmen«...Meines Wissens waren Krebs und noch zwei andere Diener vom Harz schon am Vormittag bei Karl Frank am Alsterweg eingetroffen, sie kamen aber erst zum Nachmittagsdienst...Es fand dann am selben Abend tatsächlich eine solche Versammlung und Abstimmung in der Wohnung des Evangelisten Gerstenkorn statt, die Verwerfung der Berufung des Apostels Güldner und die Trennung wurde beschlossen...danach haben die Anhänger des Krebs und Genossen dem Apostel Güldner und dem Propheten Geyer sowie ihren Anhängern den Zutritt zur Kapelle verwehrt’ “. (12) Dies war wohl nicht mehr notwendig, denn: „Die Vorgänge in jenem Gottesdienst müssen in der Tat würdelos gewesen sein...Jedenfalls nahmen Geyer und seine Anhänger ’ihre Gewänder, ließen die ganze Kirche- und Altar- Einrichtung zurück und gingen von dem »entheiligten Ort«, ohne auch nur ein Wort zu sagen fort, um ihn nie wieder zu betreten, während ihnen nach der Mitteilung eines Ohrenzeugen...»jene wüterliche Schimpfworte nachriefen«’ “. (13) Es blieb nur ein kleiner Rest von ca. 50 Gemeindegliedern übrig. Aus diesem Rest und den kleinen norddeutschen Gemeinden entwickelte sich die apostolische Gemeinde, die sog. Neue Ordnung. Im Grunde ist in diesen Ereignissen von 1878 die Geburtsstunde der NAK zu sehen. Es folgten chaotische Szenen in der Restgemeinde, die nun wieder ohne Apostel da stand - Die anderen Apostel waren für andere Stämme bzw. Apostelbezirke zuständig-, Wichmann war zwar von Preuss zum Apostel bestimmt doch noch von niemandem berufen und eingesetzt! Es sei zu wilden Apostelberufungen gekommen, die jedoch nicht tatsächlich zu neuen Aposteln führten. F. Schwarz schreibt dazu: „ ’ ... Die Frau des einen Ältesten rief durch Weissagung ihren Mann und der Sohn seinen Vater zum Apostel im Stamm; also waren schon zwei Apostel. Eine Dienstmagd rief ihren Herrn zum Apostel, das waren also drei. Ein vierter wurde im Stillen noch durch andere weissagende Personen berufen. Ja mehrere Brüder sind mir bekannt, die meinten, Apostel für den Stamm sein zu können...’ “ (14). Erst später nannte sich diese neue „Ordnung“ Neuapostolische Gemeinde und erst ab 1921 Neuapostolische Kirche. Wir können hier wieder die Frage stellen: Wer war echter, wer war falscher Apostel, wer war echter und wer war falscher Prophet?

Zu erwähnen sei noch kurz, dass es ein Jahr später am 25. Juli 1879 in Braunschweig wieder zu unwürdigen Szenen kam als die Frage der Berufung von Güldner noch mal behandelt wurde. Zugegen waren u.a. Apostel Schwarz, Menkhoff und Hohl, der Propheten Marticke und Fritz Krebs. Ein Augenzeuge berichtet: „ ’ Man fragte Gott, »ob Güldner ein Apostel« sei, und als auf dreimaliges Fragen keine Antwort kam, schrie man förmlich Gott an, »warum er denn keine Antwort« gäbe. Das ging eine Weile so fort, bis die ganze Versammlung in eine solche Ekstase geriet, dass Berufungen über Berufungen erfolgten, der eine dies schrie, der andere das. Der eine rief diesen aus, der andere schrie »nein, der soll es sein.«...Das Ende vom Lied war, dass Menkhoff zunächst die Leitung übernahm und danach Krebs designiert wurde... ’ “ (15). Aus einem Originalbericht der Geschehnisse in Braunschweig erfahren wir auch folgendes: „ ’ Wie aus dem weiteren Verlauf und aus dem ganzen Auftreten des Apostels Schwarz hervorgeht, hatten die Empörer diesen Apostel über die Persönlichkeit, den Glauben und die Fähigkeit des Apostels J. Güldner absichtlich falsch unterrichtet und auch den Torpropheten Geyer ganz unberechtigter Weise in ein sehr schlechtes Licht gerückt...Nur daher ist es zu erklären, dass Ap. Schwarz sogar die Antwort verwirft, die ihm Gott durch den Propheten Martike aus Berlin gab, als er in dieser Versammlung in Braunschweig Gott fragte, ob Güldner ein vom Herrn berufener Apostel sei...’ “ (16). Der von Apostel Preuss zum Apostel bestimmte und in den Tumulten vom 4.8.1878 von seiner Frau und seinem Sohn zum Apostel berufenen Wichmann wurde von Apostel Menkhoff als Bischoff eingesetzt, doch wenige Monate später von Menkhoff “ >>wegen Mangel<< an Zeit seines Amtes enthoben” (17).

1895 nutzte der spätere Apostel Fritz Krebs den Tod des Apostels Schwarz um seinen Einflussbereich auf Holland auszudehnen und endgültig das Stammapostelamt einzuführen, welches es bis dahin im heutigen Sinne nicht gab. Auch dabei kam es zu Unruhen und Spaltungen. Die Turbulenzen legten sich nicht. Die Geschichte der Neuapostolischen Kirche ist vor allem eine Aneinanderreihung von Konflikten in den eigenen Reihen, Trennungen und Ausschlüssen. Auch während der Wirkungszeit von Stammapostel Niehaus und Bischoff gab es viel Leid, viele Ausschlüsse und Abspaltungen. Der Autor des Buches „Gott hat Wege in der Wüste“ dokumentiert ausführlich seit 1863 über 100 Abspaltungen und Auschlüsse! Es würde den Rahmen dieser kleinen Schrift sprengen, wenn man alles genau beschreiben wollte. Ich nenne nur kurz die bedeutsameren Gruppen, die sich aus der NAK heraus abgespalten haben oder durch Exkommunikation entstanden sind um diese Tatsache etwas zu verdeutlichen: Hersteld Apostolische Zendingskerk/Niederlande (1897), Hersteld Apostolische Zendingsgemeente (1900/1930), Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus/Apostelamt Juda (1902), Apostolic Church of Queensland (1911), Reformiert-Apostolischer Gemeindebund (1921), Apostelamt Jesu Christi (1923), Apostolische Genootschap (1940), Christen unserer Zeit (1949), Apostolische Gemeinde des Saarlandes (1951), Apostolic Church/Apostel Unity (Südafrika 1954), Apostolische Gemeinschaft (1955), United Church of India (1974), Apostolische Gemeinde e.V. (1989).

Wir haben uns nun viel Zeit genommen um die Entstehung der Neuapostolischen Kirche etwas zu beleuchten. Zugegeben, es ist recht umfangreich geworden, doch ist dies das Minimum an Information welches notwendig ist um ein einigermaßen korrektes Bild von den Anfängen der NAK zu bekommen. Im Anbetracht dessen klingt es schon seltsam, wenn man zur Entstehung der NAK in einer Informationsschrift u.a. lediglich folgende Darstellung liest: “...Durch Weißsagung aus dem Heiligen Geist wurden ab 1832 die ersten Apostel und weitere kirchliche Amtsträger gerufen. Die ersten Gemeinden des neuen apostolischen Glaubens entstanden in England, und zwar in Albury und London. Von der zweiten Häfte des 19. Jahrhunderts an entwickelte sich aus diesen Anfängen die neuapostolische Kirche” (18). Der Leser muss hier den Eindruck bekommen, als sei die NAK direkt aus der katholisch- apostolischen Bewegung hervorgegangen und mit ihr vergleichbar. Dass es in den meisten Bereichen (Lehre, Ämterstruktur, Liturgie, usw.) kaum noch Parallelen gibt, wird durch diese Darstellung ebensowenig deutlich, wie die fragwürdige Entwicklung hin zur heutigen Neuapostolischen Kirche. Vielleicht ahnen die Apostel der NAK, welche Schlüsse man ziehen muss, wenn man sich ausführlicher mit der NAK-Historie befasst. Darum fällt es schwer zu glauben: „Die Neuapostolische Kirche ist die Kirche Jesu Christi, gleich den apostolischen Gemeinden zur Zeit der ersten Apostel. Als das wiederaufgerichtete Erlösungswerk des Herrn wird sie vom Heiligen Geist regiert.“ (19). Darüber hinaus muss man sagen, dass in Anbetracht der vielen Abspaltungen der jeweilige Stammapostel und die Apostel dem selbst definierten Auftrag nicht gerecht geworden sind, nämlich: „das geistige Einssein aller Apostel der Erde mit dem Stammapostel und untereinander zu pflegen, zu fördern und zu erhalten“. (20) Diese Sachverhalte sind im Einzelnen vielleicht neu für Dich. Wenn Du Dich näher damit befassen möchtest, gibt es dazu einige gute seriöse wissenschaftliche Veröffentlichungen, die Du in den Literaturhinweisen am Ende der Schrift findest.

Es fühlt sich vielleicht gut an, in der Neuapostolischen Kirche zuhause zu sein. Die Gemeindemitglieder sind nett, die Gottesdienste und der Gesang geben einem ein Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit. Man hat evtl. einen Auftrag und wird gebraucht. Man mag vielleicht denken, was interessiert mich der Schnee von gestern, wir leben im Heute und im Jetzt und jetzt ist alles ganz anders. Ist alles ganz anders? Ist jetzt die Neuapostolische Kirche auf dem richtigen Weg? Die Lehre steht immer noch im Widerspruch zur Heiligen Schrift, die Apostel können immer noch nicht Apostel Jesu Christi sein und einen festen Halt in einer auf biblischem Boden fest verankerten Glaubenslehre gibt es immer noch nicht! Die Entstehung geschah in Unordnung und Chaos und die Lehre die verkündet wird ist unbiblisch und aufgrund ihrer Wandelbarkeit nicht vertrauenswürdig.

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