Betrachtungen

Du bist neuapostolisch?

Ich war es auch - Wem vertraust Du?

Zuverlässigkeit/Glaubwürdigkeit

Würden wir jemandem vertrauen, der heute dies sagt und morgen das, der heute etwas behauptet, was morgen schon wieder keine Gültigkeit mehr hat? Leider erleben wir heute in der Politik genau dies. Pläne werden heute erstellt, die morgen schon wieder hinfällig sind. Eigentlich kann man sich dies schon im Weltlichen nicht leisten, weil die Glaubwürdigkeit darunter leidet. Auch die gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Systeme werden dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Wenn dies schon im säkularen Bereich schädlich ist, wie viel schädlicher ist es dann für uns, wenn es um die Seele geht?

Gott ist unveränderlich, er wandelt sich nicht, er bleibt immer derselbe. An keiner Stelle des Neuen Testaments wird deutlich, dass sich die Lehre im Laufe der Wirksamkeit der neutestamentlichen Apostel verändert hat. Warum nicht? Ganz einfach, es ist die Lehre Jesu Christi und Christus ist Gott und Gott wandelt sich nicht. Dies wusste wohl auch Stammapostel Urwyler, er schrieb 1986 in einer Belehrung über Konkubinat, Homosexualität usw. folgendes: „Die Jesu- und Apostellehre ist unveränderlich.“ Er hatte recht, die Lehre der Apostel des Neuen Testaments ist tatsächlich unveränderlich. Aus diesem Grund ist es unmöglich, dass sich fundamentale Bereiche der Lehre verändern, ja sich sogar widersprechen könnten. Noch im Jahre 1908 wird nach der Lehre der NAK ein Mensch Teil des Leibes Jesu, indem er getauft wird. Auch ist die Taufe demnach das Bad der Wiedergeburt. Im Glaubensbekenntnis von 1908 (2) heißt es in Artikel 6: “Ich glaube, daß der Mensch durch die Heilige Taufe das Kaufzeichen des Lammes empfängt und daß sie das Bad der Wiedergeburt ist, wodurch der Mensch als Glied dem Leibe Christi einverleibt wird...”. Spätestens ab dem Jahr 1971 ist die Taufe nur noch die Voraussetzung zum Empfang des Heiligen Geistes und ein Teil der Wiedergeburt. Jetzt wird mit der Versiegelung der Mensch ein Glied am Leibe Christi! Im Bekenntnis von 1971 (3) heißt es in Artikel 6: “Ich glaube, daß die heilige Taufe mit Wasser ein Bestandteil der Wiedergeburt ist und der Täufling dadurch die Anwartschaft zur Empfangnahme des Heiligen Geistes erlangt...” Und weiter in Artikel 8: “Ich glaube, daß die mit Wasser Getauften durch einen Apostel...den Heiligen Geist empfangen müssen, wodurch sie als Glieder dem Leibe Christi eingefügt werden.” Im Jahre 1908 ist die Taufe das Bad der Wiedergeburt, 1971 ist sie nur noch ein Teil der Wiedergeburt. 1908 wird durch die Taufe der Mensch ein Glied am Leibe Christi, 1971 geschieht dies durch die Spendung des Heiligen Geistes (Versiegelung).

Nun, wenn es um die Kleidung der Gemeindemitglieder, wenn es um das Tragen eines Bartes oder um andere äußerliche Dinge ginge, wären Veränderungen durchaus vorstellbar ja sogar sehr wahrscheinlich und auch notwendig, doch hier geht es um die Fundamente des Glaubens! Es geht hier aus neuapostolischer Sicht um heilsentscheidende Dinge!

Könnte Gott im Jahre 1908 noch eine andere Handlung, ein anderes Sakrament am Menschen zur Eingliederung in seine Gemeinde in den Leib Christi erwarten als im Jahre 1971? Kann denn im Jahre 1908 etwas wahre Jesu- und Apostellehre sein, was im Jahre 1971 völlig anders ist bzw. keine Gültigkeit mehr hat? Dies ist nicht möglich!

Auch in jüngster Vergangenheit hat es nachweislich Lehrveränderungen gegeben, die schriftlich öffentlich gemacht wurden. Z.B. die Lehre über die Schlüsselgewalt, Löse- und Bindegewalt oder die Stellung des Stammapostels in Bezug auf das Haupt der Kirche Jesu Christi!

Wie soll ich denen vertrauen, die gestern etwas anderes lehrten als heute, woher soll ich wissen, dass nicht morgen das von heute erneut keine Gültigkeit mehr hat?
Dass es sich bei der NAK-Lehre um menschliche Weisheit bzw. Lehre handelt ist u.a. bewiesen durch ihre drastische Veränderung. Innerhalb weniger Jahrzehnte. Worauf soll aber der Glaube ruhen? Auf menschliche Weisheit?! Nein, auf Gottes ewiges vollgültiges unveränderliches Wort, die Bibel!

Einen weiteren Punkt muss ich leider ansprechen. Können wir jemandem Vertrauen schenken, der bewusst Dokumente verändert, ohne deutlich auf die Veränderungen hinzuweisen? Dies ist ein schwerer Vorwurf, ich bin mir dessen bewusst. Deshalb werde ich dies auch eindeutig belegen müssen. Im Jahre 1932 hat das Apostelkollegium der Neuapostolischen Gemeinden eine Schrift herausgegeben, welche das ‘Zeugnis der Apostel an die geistlichen und weltlichen Häupter der Christenheit - aufgestellt im Jahre 1836’ zum Inhalt haben soll. Zwar räumt das Apostelkollegium im Vorwort ein, dass “die wertvollsten Teile dieses >>Zeugnisses der Apostel<<” (4) enthalten sind, gibt also einen Hinweis darauf, dass Teile fehlen, lässt aber völlig offen in welchem Umfang und an welchen Stellen der Originaltext gekürzt wurde. Mir liegen beide Texte vor, das Original und der von der NAK herausgegebene Text. Leider kann man nicht nur von Kürzung sprechen sondern man muss die NAK-Ausgabe als Fälschung bezeichnen. Es wurden nicht nur umfangreiche Passagen weggelassen, ohne dies zu kennzeichnen, man hat auch Texte und Formulierungen eingefügt und damit die Aussage des Originals verändert. Schon im ersten Absatz des Textes beginnt der Schwindel, dort heißt es im Original: “Die Kirche Christi ist die Gemeinschaft aller, ohne Unterschied der Zeit und des Landes, welche im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft und durch die Taufe Wasser- und Geistestaufe von allen anderen Menschen ausgesondert sind. Ein Leib (Eph. 4,4), ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit (1. Tim. 3,15), die Wohnstatt Gottes, der Tempel des Heiligen Geistes (2. Kor. 6,16). Sie ist es, die den Willen Gottes allen Menschen erklärt und seine Wege lehrt. Sie ist es, in der Gottes Wort und Ordnungen bewahrt werden. ...” (5). Das Apostelkollegium hat ohne dies zu kennzeichnen die durchgestrichene Passage entfernt und die unterstrichene Passage einfach in den Originaltext eingefügt, ebenfalls ohne dies irgendwo zu kennzeichnen. Dies ist nur ein Beispiel von sehr vielen Veränderungen des Textes. Dieser Sachverhalt wurde seinerzeit auch von der theologischen Fachpresse bemerkt und kritisiert. Der neuapostolische Leser jedoch bekam von dem nichts mit und glaubte er halte den Originaltext aus dem Jahre 1832 in der Hand.

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