Betrachtungen

Die neuapostolische Taufe

Mit allen Wassern gewaschen?

Biblische Taufe oder Übergabegebet?

Eines Sonntags nachmittags nahm ich in meiner Not „Das Jüdische Neue Testament“ übertragen von David H. Stern in die Hand, um noch mal die Verse aus Apg. 2,37ff zu lesen, auf welche man sich stützt, möchte man beweisen, dass durch die Taufe die Sünden vergeben werden. Durch das, was ich jetzt im „Jüdischen Neuen Testament“ las öffnete mir der HERR die Augen:

„ ...Als sie das hörten, ging es ihnen durchs Herz; und sie sagten zu Kefa (Petrus) und den anderen Gesandten; >> Brüder, was sollen wir tun?<< Kefa antwortete ihnen; >>Wendet euch ab von der Sünde, kehrt um zu Gott, und jeder von Euch werde eingetaucht auf die Vollmacht von Jeschua (Jesus) dem Messias in die Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Ruach Ha Kodesch (Heiligen Geistes) erhalten!...<< “. (Apg 2,37)

Das ist es! Fordert hier Petrus nicht in ähnlicher Weise zur Bekehrung auf wie der Evangelist heutiger Tage bei einer Evangelisation, allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass er nicht zu einem Übergabegebet, sondern zur Taufe ruft?! Zur Erklärung: In evangelikalen Gemeinden ist es üblich seinen Glauben durch ein so genanntes Übergabegebet fest zu machen. In diesem Übergabegebet übergibt der Mensch sein Leben JESU und bittet um die Vergebung seiner Sünden. Dies wird als Akt der Bekehrung und Wiedergeburt verstanden.

Zurück zum Bibeltext Apg. 2,37ff aus dem „jüdischen neuen Testament“. Hier wird eine Bekehrung im biblischem Sinn beschrieben! Im Grunde ist es ganz einfach. Wenn wir das Übergabegebet, welches in der Regel z.B. bei Evangelisationsveranstaltungen praktiziert wird, durch die Taufe ersetzen, dann lösen sich die vermeintlich biblischen Widersprüche in nichts auf. Dann erfährt der Täufling tatsächlich in bzw. während der Taufe die Sündenvergebung und die Spendung des Heiligen Geistes, weil er in diesem Augenblick gläubig wird und sein Leben JESU übergibt. So fällt der Zeitpunkt der Bekehrung mit dem Zeitpunkt der Taufe zusammen und alles das, was wir dem Glauben allein zuschreiben geschieht während der Taufe. Tatsächlich wird überall im Neuen Testament nach Pfingsten immer sofort im Anschluss an das Hören und die Annahme des Wortes GOTTES getauft:

„Da sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des HERRN Jesu.“ (Apg 19,5)

„Krispus aber, der Oberste der Schule, glaubte an den HERRN mit seinem ganzen Hause; und viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen“ (Apg 18,8)

„Die nun sein Wort gern annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugetan an dem Tage bei dreitausend“ (Apg 2,41)

Weitere Stellen: Apg 8,12; Apg 8,35ff;Apg 9,19; Apg 10,48 Dann brauchen wir auch keine Theologie der Buß- oder Übergangstaufe nach Pfingsten mehr um die Sündenvergebung während der Taufe „zu verhindern“. Wir brauchen auch keine zweite Taufe mit dem Heilgen Geist, weil die Spendung des Heiligen Geistes und die Versiegelung ebenfalls zum Zeitpunkt der einen Taufe geschehen:

„...ein HERR, ein Glaube, eine Taufe...“ (Eph. 4,5)

Doch eins muss noch mal ganz deutliche herausgestellt werden. Nicht die Taufhandlung als solches oder die gesprochene Formel bewirkt Sündenvergebung, Rechtfertigung, Spendung des Heiligen Geistes und damit Errettung, sondern es ist das Gläubigwerden, die Umkehr des Menschen, die Lebensübergabe an den HERRN. Es ist das Blut JESU, welches uns in diesem Augenblick reinigt. Diese Gnadentat des HERRN, die Wiedergeburt, die Entstehung der neuen Kreatur, fällt zeitlich in die Taufhandlung in das Untertauchen. So ist es wahrhaft ein „eingetaucht [werden] auf die Vollmacht von Jeschua dem Messias...“

Nun stellte ich mir die Frage, wo steht in der Bibel eigentlich etwas von einem Übergabegebet in Zusammenhang mit einer Evangelisationspredigt? Mir ist keine Bibelstelle bekannt! Weder bei Petrus zu Pfingsten, noch bei Paulus auf dem Gerichtsplatz in Athen. Immer wird sogleich zur Taufe aufgerufen. So scheint es mir biblischer zu sein, würde man bei Evangelisationen nicht zu einem Übergabegebet, sondern zur sofortigen Taufe im oben beschriebenem Sinn auffordern.

Natürlich geschehen beim Übergabegebet während der Evangelisation auch echte Bekehrungen und damit ist der Mensch auch durch seinen Glauben an den HERRN errettet. Doch entspricht dies nicht der biblischen Anordnung. Auch ein länger andauernder Erkenntnisprozess durch das Lesen der Heiligen Schrift mit anschließender Umkehr und Lebensübergabe, wie es bei mir in einem stillen Gebet der Fall war, führt durch den Glauben an den HERRN in die Errettung. Wäre aber jemand da gewesen, der mir gesagt hätte, du musst durch die Taufe umkehren, wäre dies biblischer gewesen.

 

Was die Taufe aus biblischer Sicht sein sollte
Die Taufe im biblischem Sinn an Stelle eines Übergabegebetes durchgeführt ist:
  • Der Umkehrpunkt, die Bekehrung eines Menschen zum HERRN und fällt damit zeitlich zusammen mit der
  • Sündenvergebung
  • Rechtfertigung
  • Spendung des Heiligen Geistes (Versiegelung)
  • Errettung und ist damit
  • Wiedergeburt aus Wasser und Geist
  • Der Bund eines guten Gewissens mit GOTT (1Petr 3,21)
  • Ausdruck des Sterbens und Auferstehens mit JESUS (Paulus im Römerbrief)
  • Glaubens- und Vertrauens-Bekenntnis vor der unsichtbaren und sichtbaren Welt/Gemeinde
  • Aufnahme in den Leib CHRISTI in die Gemeinde JESU
Die biblische Taufe ist demnach nicht:
  • Ein sakral-mystischer Akt
  • Ein erstes Teil-Ereignis zeitlich in größerem Abstand zur Spendung des Heiligen Geistes stehend
  • Ein bloß symbolischer Akt
  • Abwaschen der Erbsünde
  • Aufnahme in die Ortsgemeinde
Wann, an wem und wie sollte die biblische Taufe durchgeführt werden:
  • an Menschen die in der Lage sind das Wort Gottes zu glauben und aufzunehmen
  • immer dann, und wenn möglich ohne Verzug, wenn Menschen den Wunsch äußern Ihr Leben JESU zu geben und ihnen das Evangelium klar ist, dies schließt Säuglinge aus
  • Die Taufe sollte durch völliges Untertauchen des Täuflings auf den Namen JESU CHRISTI geschehen

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