Betrachtungen

Die neuapostolische Taufe

Mit allen Wassern gewaschen?

Werdende Tauferkenntnis
Was die Taufe für mich zuerst war

Das Abwaschen der Erbsünde war für mich zunächst die richtige Bedeutung und Wirkung der Taufe. Zusätzlich war es die notwendige Voraussetzung zur Empfangnahme des Heiligen Geistes. Als Säugling wurde ich in der Neuapostolischen Kirche durch Benetzen der Stirn mit Wassertropfen getauft. Als Heranwachsender übernahm ich die Tauflehre der Neuapostolischen Kirche:

„Die heilige Taufe mit Wasser ist ein Bestandteil der Wiedergeburt und die notwendige Voraussetzung zur Hinnahme des Heiligen Geistes. Sie ist ferner der Bund eines guten Gewissens mit Gott...Mit ihr verbunden ist die Abwaschung der Erbsünde, die durch den Sündenfall Adams und Evas bewirkte Sündhaftigkeit des Menschengeschlechts“ (Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, NAK International, Zürich)

Was die Taufe für mich später bedeutete

Nachdem mich der HERR aus der Neuapostolischen Kirche herausgeführt hatte, ich mich bekehren und an JESUS CHRISTUS gläubig werden durfte, las ich die Bibel und entdeckte zunächst folgendes:

  • Die Taufe wurde nur an Gläubigen vollzogen (z.B. Apg 8,12ff; Apg 8,37ff; Apg 18,8)
  • Die Taufe ist ein vollständiges Untertauchen (Joh 3.23; geht aus dem Begriff „baptízein“ selbst und der Erklärung des Paulus im Römerbrief Kap. 6 hervor: Eintauchen/Untertauchen)
  • Die Taufe ist eine Anweisung des HERRN und sollte/muss geschehen (Matth 28,19)
  • In der Taufe verbirgt sich eine tiefe Symbolik, nämlich das mit dem HERRN sterben (ins Wasser eintauchen) und auferstehen (aus dem Wasser herausheben (Paulus im Römerbrief Kap. 6)
  • Die Taufe ist keine Abwaschung der Erbsünde (1 Petr 3,21)
  • Säuglinge brauchen nicht getauft werden, sondern sollten „nur“ gesegnet werden, denn sie sind errettet (Lk 18,16;17; Mt 18,2-3)

Ich erkannte, dass an mir eine gültige biblische Taufe noch nicht vollzogen wurde, da ich als Säugling nicht die Voraussetzungen für eine Taufe erfüllte: Ich hörte und verstand nicht das Wort Gottes, ich kehrte nicht um, denn ich konnte noch nicht bewusst glauben! Des weiteren fehlten die Zeichen, das vollständige Untertauchen des Menschen, es fehlte das Bekenntnis und das biblische Verständnis über das was die Taufe eigentlich ist, sowohl bei mir als auch beim Taufenden.

Deshalb ließ ich mich im Jahre 2000 von einem Pastor einer evangelischen Freikirche in einem Gewässer durch vollständige Untertauchen taufen. So bedeutetet für mich die Taufe im wesentlichen Folgendes:

  • Ein Bekenntnis vor der geistlichen Welt und der örtlichen Gemeinde: „Ich habe mich bekehrt"
  • Ein Schritt des Gehorsams Gott gegenüber: Weil er es so verordnet hat
  • Ein symbolischer Akt
  • Der Bund eines guten Gewissens mit GOTT
Was die Taufe für mich nicht war:
  • Die Vergebung der Sünden und/oder die Abwaschung einer Erbsünde
  • Die Spendung des Heiligen Geistes
  • Ein Errettungsakt
  • Die Taufe war also auch kein Sakrament!
  • Eine Aufnahme in eine Ortsgemeinde

Die Vergebung der Sünden und die Empfangnahme des Heiligen Geistes hatte ich zuvor bei meiner Bekehrung zum Zeitpunkt meines Gläubigwerdens erfahren. Diese meine Erfahrung deckt sich auch mit den biblischen Aussagen. Zur Sündenvergebung sagt uns GOTT durch sein Wort:

"Diesem geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen" (Apg 10,43)

"Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben" (Joh 8,24)

Weitere Stellen: Jak 5,15; Röm 3,25; Apg 8,18; Apg 10,44; Apg 13,38-39; Apg 26,18; Gal 3,2 Gal 3,5; Gal 3,14; Eph 1,13 usw.Und zur Spendung des Heiligen Geistes erfahren wir in der Bibel:

"Das allein will ich von euch lernen: Habt ihr den Geist durch Gesetzeswerke empfangen oder durch die Predigt vom Glauben?" (Gal 3,2)

"...damit der Segen Abrahams zu den Heiden käme in Christus Jesus, auf daß wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war." (Gal 3,14)

Weitere Stellen: Gal 3,5; Eph 1,13 usw.Im Wesentlichen übernahm ich die Tauflehre der meisten evangelikalen Gemeinden (Im deutschen Sprachraum sind dies z.B.: Baptisten, Freie evangelische Gemeinden, Brüderbewegung, Gemeinde Gottes usw.), welche die Glaubenstaufe lehren und praktizieren.

Die Zeit danach

In den nächsten Jahren beschäftige ich mich nur hin und wieder mit dem Thema Taufe, weil ich ja getauft war und mich später einer Gemeinde anschloss, die ebenfalls die Glaubenstaufe in „meinem“ Verständnis praktizierte.

Was dann kam

Leider mussten wir uns von unserer Orts-Gemeinde trennen, weil in dieser Gemeinde zunehmend der breite Weg eingeschlagen wurde. Der Ungehorsam dem Worte Gottes gegenüber und die Relativierung biblischer Wahrheiten konnten und wollten wir nicht mehr mittragen. Auf unserer anschließenden Suche nach einer neuen Orts-Gemeinde stießen wir auf eine freie Gemeinde, welche aus dem Einflussbereich eine Gemeindebewegung des 19ten Jahrhunderts stammt, welche weiterreichende Taufauffassungen als der überwiegende Teil der evangelikalen Gemeinden vertritt. So kam das Thema Taufe wieder ganz neu auf die Tagesordnung. Die extremsten Vertreter dieser Richtung behaupten die Taufe bewirke:

  • Sündenvergebung
  • Spendung des Heiligen Geistes und sei darum
  • der rettenden Akt
  • und nur in diesem Verständnis Getaufte seien wirklich errettet

Sie stützen sich dabei z.B auf folgende Bibelstellen:

„... Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“ (Apg 2,38) „Und nun, was verziehst du? Stehe auf und laß dich taufen und abwaschen deine Sünden und rufe an den Namen des HERRN!“ (Apg 22,16)

„Da sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des HERRN Jesu. Und da Paulus die Hände auf sie legte, kam der heilige Geist auf sie“ (Apg 19,5)

Bei unvoreingenommener Betrachtung muss man zugeben, dass sich doch noch mehr in der Taufe verbergen könnte als nur ein symbolischer Akt und eine Tat des Gehorsams. Doch wie bringt man die Bibelstellen, in denen vom Glauben an den HERRN zur Sündenvergebung die Rede ist, mit denen zusammen in denen die Taufe zur Vergebung der Sünden und sogar zur Spendung des Heiligen Geistes genannt wird?! Ich war wochenlang auf der Suche nach einer Lösung, habe Kommentare zu den entsprechenden Bibelstellen gelesen, mir Vorträge angehört und Gespräche geführt. Ich war zunächst sehr beunruhigt und dann sogar bestürzt darüber, dass GOTT scheinbar sein WORT hat widersprüchlich niederschreiben lassen. Lösungsansätze, wonach ein Teil der Taufen des Neuen Testaments nach Pfingsten, die nicht ins evangelikale Taufbild passten (nämlich die zur Sündenvergebung), zu Bußtaufen des Johannes oder zu so genannte Übergangstaufen erklärt wurden“ (z.B. im Buch von Klaus Hoffmann „Der Streit um die Taufe“) überzeugten mich nicht mehr vollständig.

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