Betrachtungen

Die neuapostolische Taufe

Mit allen Wassern gewaschen?

Voraussetzung zum Empfangdes Heiligen Geistes / Bestandteil der Wiedergeburt

Was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass die Taufe nicht die Voraussetzung zum Empfang des Heiligen Geistes ist. Denn die Schrift bezeugt uns, dass es erst zum Empfang des Heiligen Geistes kam und danach getauft wurde:

„Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten...Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir? Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, noch einige Tage dazubleiben.“ (Apg 10,44-48)

Vielmehr bezeugt die Schrift, dass das Hören des Wortes und das daraus resultierende Gläubigwerden eine Voraussetzung für die Taufe ist:

„Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen. Da wurde auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als er die Zeichen und großen Taten sah, die geschahen, geriet er außer sich vor Staunen.“ (Apg 8,12-13)

„Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, kam zum Glauben an den Herrn mit seinem ganzen Hause, und auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.“ (Apg 18,8)

Weitere Stellen: Apg 2,41; 8,36; 19,5

Nicht immer war es so, dass die Neuapostolische Kirche in der Taufe lediglich die Voraussetzung zum Empfang des Heiligen Geistes bzw. lediglich einen Teil der Wiedergeburt gesehen hat. Noch im Jahre 1908 wird nach der Lehre der NAK ein Mensch Teil des Leibes Jesu, indem er getauft wird. Auch ist die Taufe demnach das Bad der Wiedergeburt. Im Glaubensbekenntnis von 1908 heißt es in Artikel 6:

“Ich glaube, daß der Mensch durch die Heilige Taufe das Kaufzeichen des Lammes empfängt und daß sie das Bad der Wiedergeburt ist, wodurch der Mensch als Glied dem Leibe Christi einverleibt wird...” (Glaubensbekenntnis von 1908, zitiert über Friedrich-Wilhelm Haack, Die Neuapostolische Kirche, München, 1996)

Spätestens ab dem Jahr 1971 ist die Taufe nur noch die Voraussetzung zum Empfang des Heiligen Geistes und ein Teil der Wiedergeburt. Jetzt wird mit der Versiegelung der Mensch ein Glied am Leibe Christi! Im Bekenntnis von 1971 heißt es in Artikel 6:

“Ich glaube, daß die heilige Taufe mit Wasser ein Bestandteil der Wiedergeburt ist und der Täufling dadurch die Anwartschaft zur Empfangnahme des Heiligen Geistes erlangt...” (Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 299, J.G. Bischoff, Frankfurt a. M., 1971)

Und weiter in Artikel 8:

“Ich glaube, daß die mit Wasser Getauften durch einen Apostel...den Heiligen Geist empfangen müssen, wodurch sie als Glieder dem Leibe Christi eingefügt werden.” (ebenda)

Im Jahre 1908 ist die Taufe das Bad der Wiedergeburt, 1971 ist sie nur noch ein Teil der Wiedergeburt. 1908 wird durch die Taufe der Mensch ein Glied am Leibe Christi, 1971 geschieht dies durch die Spendung des Heiligen Geistes (Versiegelung). Könnte Gott im Jahre 1908 noch eine andere Handlung, ein anderes Sakrament am Menschen zur Eingliederung in seine Gemeinde in den Leib Christi erwarten als im Jahre 1971? Kann denn im Jahre 1908 etwas wahre Jesu- und Apostellehre sein, was im Jahre 1971 völlig anders ist bzw. keine Gültigkeit mehr hat? Dies ist nicht möglich!

Auch in jüngster Vergangenheit hat es nachweislich Lehrveränderungen gegeben, die schriftlich öffentlich gemacht wurden. Z.B. die Lehre über die Schlüsselgewalt, Löse- und Bindegewalt oder die Stellung des Stammapostels in Bezug auf das Haupt der Kirche Jesu Christi!

Leider wird an diesem Punkt der neuapostolischen Tauflehre deutlich: „Wie soll ich denen vertrauen, die gestern etwas anderes lehrten als heute, woher soll ich wissen, dass nicht morgen das von heute erneut keine Gültigkeit mehr hat?“ Dass es sich bei der NAK-Lehre um menschliche Weisheit, Philosophie und Lehre handelt ist u.a. bewiesen durch ihre drastische Veränderung, innerhalb weniger Jahrzehnte. Worauf soll aber der Glaube ruhen? Auf menschlicher Weisheit? Nein, auf Gottes ewigem, vollgültigem unveränderlichem Wort, der Heiligen Schrift!
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