Betrachtungen

Die neuapostolische Taufe

Mit allen Wassern gewaschen?

Die Taufe als Sakrament

Was sind Sakramente? Die Neuapostolische Kirche beschreibt dies wie folgt:

„Sakramente sind heilige Handlungen, durch die Gott mit dem Menschen einen Bund schließt, der Gott mit seinem von ihm erwählten Volk verbindet. Sie werden von den Gesandten Gottes vollzogen und bilden die unentbehrliche Grundlage, Kinder Gottes zu sein“ (Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, NAK International, Zürich, Frage 192)

Sakramente werden also bewirkt durch die sakramentale Handlung selbst ("...sind heilige Handlungen, durch die Gott..."). Sie sind magisch wirksame Rituale, die unabhängig von der inneren Einstellung des Empfängers (z.B. Säuglinge) die Gnade Gottes vermitteln sollen. Der Mensch handelt, Gott reagiert ("...Sie werden von den Gesandten Gottes vollzogen...")! Woher kommt diese Lehre vom magischen Wirken bei Durchführung eines Rituals:

„Das Wort Sakrament ist kein biblischer Begriff. Die biblische Taufe außerdem kein Sakrament. Sakramentale Handlungen sind in der Christenheit durch heidnische Einflüsse entstanden. In den Mysterienkulten war das Handeln der Götter an die Formen und Zeremonien des Kultes gebunden. Nach Ansicht ihrer Anhänger handelte der angesprochene Gott fast automatisch, wenn man eine bestimmte Zeremonie vollzog. Dabei kam es nicht so sehr auf die innere Haltung des Gläubigen an, sondern auf die äußere Form. Die Ansicht, die menschliche Aktion bringe die Götter zum Handeln, ohne dass die Einstellung des Menschen gefragt ist, drang auch in das Christentum ein und prägte das Sakramentsverständnis.“ (INTERNATIONALES BIBELSTUDIEN-INSTITUT Ist die Taufe ein Sakrament? - http://www.bibelstudien-institut.de/bibelfragen/detail/bq/glaubensfragen/ist-die-taufe-ein-sakrament/)

Die Heilige Schrift kennt keine heiligen Handlungen, die für sich eine Gnadenwirkung haben. Eine solche Vorstellung stammt aus heidnischen Mysterienreligionen. Deutlich zeigt uns Gottes Wort (Bibel), dass alle Handlungen nur Sinn und Bedeutung haben, wenn der persönliche Glaube und das individuelle Vertrauen zu Gott vorhanden sind:

"Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt." (Hebr 11,6)

Selbst Martin Luther erkannte dies:

„Der Glaube macht die Person allein würdig, das heilsame, göttliche Wasser nützlich zu empfangen...Denn weil solches allhier in den Worten bei und mit dem Wasser vorgetragen und verheißen wird, kann es nicht anders empfangen werden, denn daß wir solches von Herzen glauben. Ohne Glaube ist es nichts nütz...“ (Martin Luther, Der Große Katechismus)

Die Vorstellung, dass sich der souveräne Gott der Bibel das Heft des Handelns durch mystische Handlungen des Menschen aus der Hand nehmen lässt ist sehr befremdlich. Man kann sich kaum vorstellen, dass sich ein allmächtiger Gott zum Handeln zwingen lässt, wenn ein Mensch rituell handelt. Können rituelle Handlungen als Mittler des Heils dienen? Nein, es gibt nur einen Mittler:

„Denn es ist EIN Gott und EIN Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus,...“ (1Tim 2,5)

Es ist die ziehende Liebe des Vaters, welche Menschen erwählt und über die er sich erbarmt und nicht der Wunsch der Eltern, die ihre Säuglinge zur Taufe tragen:

„Denn in ihm (Christus) hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens,...“ (Eph 1,4-5)

„Denn er (Gott) spricht zu Mose: »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.« So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.“ (Röm 9,15-16)

Beweist nicht millionenfache Taufpraxis das Gegenteil von dem was Menschen wünschen? In der Evangelischen Kirche hat man erkannt, dass Taufe ohne Glauben nicht möglich ist. Also bittet man bei der Taufe darum, dass der Täufling den Glauben „ just in time“ erhalte. Doch wo sind denn die Millionen und Abermillionen von so getauften Gläubigen? Sollten alle 2,3 Milliarden Menschen, die sich derzeit Christen nennen errettet sein, nur deshalb, weil sie sich als Säugling einem Ritual unterziehen lassen mussten? Tatsächlich sind es nur wenige, die zur Herde Gottes, zu den Herausgerufenen gehören:

"Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben." (Lk 12,32)

"Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden!" (Mt 7,14)

Zum Abschluss dieses Abschnittes möchte ich noch Gregor Dalliard, einen ehemaligen Priester der römisch-katholischen Kirche zu Wort kommen lassen. Er berichtet folgende Begebenheit zwar sehr provokant aber treffend:

"Einmal sagte mir ein nicht unbedeutender Priester: ‚Wissen Sie, Herr Vikar, was wir an Sakramenten dem Volk Gottes zu glauben eingeprägt haben, ist nichts anderes als Hokus Pokus. Das Schlimme daran ist, dass dieser Unsinn den Menschen seit dem frühen Mittelalter in Blut und Seele eingeimpft worden ist, als Gottes Machtspruch. Heute müssen wir die Suppe dieser Theologen des 12. Jahrhunderts und des Aquinaten (Thomas von Aquin) schon fromm weiterservieren, ohne mit der Miene zu zucken. Es ist ein abenteuerliches Unternehmen, solche Dummheiten den Menschen von heute theologisch und biblisch glaubhaft zu machen - denn die Leute lesen nun halt mal die Bibel, und wir können das wohl oder übel nicht mehr verhindern.‘ " (Gregor DALLIARD http://www.bible-only.org/german/dalliard/sakrament-taufe/sacrament-taufe.html)

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