Betrachtungen

Die Apostel Christi und die Neuapostolische Kirche

Zusammenfassung und Fazit

Nach allem, was wir in dieser Abhandlung über die Frage, ob es in unserer Zeit noch Apostel gibt, ausgeführt haben, könnte der Eindruck entstanden sein, dass es heute überhaupt keine "Gesandten Gottes"- denn dies bedeutet das griechische Wort "Apostel" = Gesandter - mehr gibt. Dieser Eindruck wäre falsch. Wir wissen sehr wohl, dass die Bibel von anderen Aposteln redet, die nicht zu den ersten Zwölf gehörten und die Gott zu allen Zeiten zur Leitung und Auferbauung seiner Gemeinde zu einem apostolischen Dienst berufen hat.

Wenn wir in dieser Schrift darlegten, dass es heute keine "APOSTEL JESU CHRISTI" mehr gibt, so bezieht sich unsere Behauptung allein auf dieses einmalige Apostelamt, das an unabdingbare Voraussetzungen, wie z.B. die Augenzeugenschaft der Auferstehung Jesu, geknüpft war, und folglich mit dem Tod der Augenzeugen erlosch. Im folgenden werden die unterschiedlichen Gruppen von Aposteln, wie sie uns die Heilige Schrift zeigt, aufgezählt:

  1. Der Apostel des Vaters (Hebräer 3,1): Das ist der Herr Jesus. Der Vater hat immer nur Einen (einen Hirten, Hohenpriester, Weg...).
  2. Apostel Jesu Christi: Das sind die Zwölf. Sie bilden die Grundlage für die Gemeinde
    (Eph. 2,20). Paulus als Apostel gehörte zwar nicht zu den Zwölf, den Aposteln des Lammes (Offb. 21,23), war aber dennoch ein Apostel Jesu Christi, weil er die Voraussetzungen für dieses Apostelamt erfüllte, wie wir anhand der Schrift gesehen haben.
  3. Apostel des Heiligen Geistes: Diese sind ausgesandt vom Heiligen Geist (Apg. 13,4). Einer dieser Apostel war Barnabas (Apg. 14,4), ein anderer Silvanus (1.Thes. 2,6).
  4. Apostel der Gemeinde: (2. Kor. 8,23, Phil. 2,25).
  5. Falsche Apostel: welche sagen, sie seien Apostel und sind es nicht (Offb. 2,2; 2. Kor. 11,13).

In unserer Schrift ging es um die Apostel Jesu Christi (Gruppe 2). Die NAK beruft sich darauf, dass ihre "Apostel" ausschließlich zu dieser besonderen Gruppe gehören, ja, dass Gott das "Apostelamt Jesu Christi" in ihrer Mitte wieder aufgerichtet habe, um das angeblich noch nicht vollendete "Erlösungswerk Jesu Christi" zu vollenden. Wie wir aber sahen, kann sie sich dabei nirgends auf Gottes Wort stützen, weil das Erlösungswerk Jesu Christi nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift durch Jesu Sühnetod am Kreuz vollendet ist. Seine Auferstehung und Himmelfahrt und die darauf folgende Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten sind die Bestätigung Gottes für dieses vollendete Erlösungswerk. Die Hauptaufgabe der Apostel Jesu Christi bestand nun darin, dieses vollendete Heilswerk Jesu, das sie selbst mit ihren Augen gesehen haben, zu bezeugen (1. Joh. 1,1-4).

Wir müssen sehen, dass Gott die Apostel Jesu Christi für diesen ganz speziellen und einmaligen Auftrag gebraucht hat. Ihr Zeugnis über das vollendete Erlösungswerk Jesu musste nach dem Ratschluss Gottes in Wort und Schrift für alle Zeiten festgehalten werden (Kol. 1,25). Dieses geschriebene Wort Gottes ist und bleibt die Grundlage und das Fundament vom Zeugnis des vollendeten Erlösungswerkes Jesu Christi für jetzt und in alle Ewigkeit (1. Kor. 3,10; Eph. 2,20). Ein Fundament kann man nur am Anfang eines Bauwerkes legen. Wer wollte kurz vor Vollendung desselben den Grund noch einmal legen? Gott hat dann, nachdem der Dienst der Augenzeugen vollendet war, weitere Apostel berufen, die auf dem bereits gelegten Grund aufbauten (siehe Gruppe 3 u. 4).

Diese Apostel, die ausgesandt sind vom Heiligen Geist, hatten keine andere Botschaft, als die ersten Zwölf. Sie meinten auch nicht, dass sie neue Offenbarungen hätten, die über das geschriebene Wort der zwölf Apostel hinausgingen. Paulus: ... nicht über das hinaus, was geschrieben ist. (1. Kor. 4,6). Auch waren sie nicht der Ansicht, dass sie dazu gesandt seien, Gottes "zeitgemäßes Wort" zu verkündigen, weil das Wort der ersten Zwölf nicht mehr "zeitgemäß" sei. Ein solch anmaßender Gedanke wäre ihnen nicht einmal im Traum eingefallen. Nein, das Gegenteil ist der Fall: sie gaben nur das weiter, was sie von den Zwölf gehört und empfangen haben (Hebräer 2,3), nämlich, dass man durch den Glauben an Jesus Christus gerettet wird.

Auch der Apostel Paulus hatte keine andere Botschaft. Als der Kerkermeister zu Philippi die Frage an ihn richtete, was er tun solle, um gerettet zu werden, antwortete Paulus ihm da: Glaube an die Apostel? Nein! Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus gerettet werden (Apg.16,31). Diese Botschaft war die Botschaft der Zwölf, die diese von Jesus selbst empfangen hatten. Sie hat sich bis heute nicht geändert. Der Apostel Johannes warnt: Jeder, der weitergeht und nicht bleibt in der Lehre des Christus, hat Gott nicht; (2.Joh.9+10). Gott sandte zu allen Zeiten und in alle Kontinente Männer, die er mit dieser frohmachenden Botschaft des Evangeliums beauftragte, um Menschen zum rettenden Glauben an Jesus zu führen, um Gemeinden zu gründen, zu leiten und zu stärken und aufzuerbauen zu einem geistlichen Tempel im Herrn.

Wenn wir daran denken, dass das griechische Wort "Apostel" dem Sinne nach die gleiche Bedeutung hat wie das lateinische Wort "Missionar" - beide Bezeichnungen bedeuten "Gesandter" - so haben wir keine Schwierigkeiten anzunehmen, dass es auch heute noch unter uns von Gott gesandte Männer gibt, die wir mit Fug und Recht auch als "Apostel" bezeichnen könnten. Diese bezeichnen sich selbst aber meistens mit dem lateinischen Wort "Missionar", weil sie sich mit den Aposteln Jesu Christi, die Augenzeugen der Auferstehung Jesu, nicht auf eine Stufe stellen wollen. Wie wir aber sahen, spricht die Schrift eindeutig von Aposteln, die ausserhalb der Augenzeugen wirkten und die bis heute vom Herrn für spezielle Aufgaben und Dienste gesandt werden. Denken wir nur an Männer wie Martin Luther, Hudson Taylor, Watchman Nee, Karl Studd oder C.H. Spurgeon, um nur einige zu nennen. Es hat also in Wirklichkeit nie eine apostellose Zeit gegeben. Folglich war die Berufung "neuer Apostel" sowie einer "Neuen apostolischen Kirche" überflüssig.

Fazit: Die NAK hat eine völlig falsche und unbiblische Sicht, nicht nur über das Erlösungswerk Jesu Christi selbst, sondern auch im besonderen über das Apostelamt. Wir müssen diese verirrte Auffassung auf Grund der Heiligen Schrift als Irrlehre verwerfen. Die "Apostel" der NAK gehören deshalb zu den Aposteln der Gruppe 5, den falschen Aposteln, von denen Gottes Wort sagt, dass sie sagen, sie seien Apostel und sind es nicht (Offb. 2,2; und 2. Kor. 11,13).

"Denn es ist ein Gott und ein Mittler, zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Jesus Christus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung" (1. Tim. 2,5-6)

Der HERR segne Dich!

Anselm Schönfeld / Lutz Jusko

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