Betrachtungen

Die Apostel Christi und die Neuapostolische Kirche

Apostel wider Gottes Wort

Als wir einmal einem neuapostolischen Gläubigen die Frage stellten, woher seine "Apostel" denn diesen Auftrag hätten, Gottes "zeitgemäßes Wort" für die jetzige Generation zu verkündigen, antwortete er uns: "Diesen Auftrag haben sie durch Offenbarung Gottes, die sie um 1835 in Schottland erhielten". Wir fragten weiter, woher er wüsste, dass Gott neue Apostel im vorigen Jahrhundert berufen hat, denen er einen solchen Auftrag gegeben hat? Antwort: "Ja, das muss man eben glauben, darauf muss man eben vertrauen!".

Nein, liebe Freunde, so einfach dürfen wir es uns doch nicht machen! Da kann ja jeder kommen und alles mögliche behaupten, und niemand vermag nachzuprüfen, ob seine Offenbarung von Gott ist oder nicht. Eine solche naive Gutgläubigkeit öffnet ja jeder nur denkbaren Verführung Tür und Tor. Warum prüften die damaligen Christen in Schottland die angebliche Berufung neuer "Apostel Jesu Christi" nicht an Hand der Heiligen Schrift? Hätten sie dieses getan, hätten sie aus dem geschriebenen Wort Gottes erkennen können und müssen, dass eine Berufung neuer Apostel Jesu Christi weder möglich noch zulässig gewesen war. War doch das biblische Apostelamt Jesu Christi, wie wir bereits gesehen haben, an ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die keiner der damals lebenden Männer der schottischen Gemeinde in Albury erfüllen konnte. Niemand der schottischen "Apostel" hatte den auferstandenen Herrn selbst je gesehen! Folglich konnte keiner dieser Männer die unabdingbare Voraussetzung für dieses Apostelamt erfüllen. Somit hatten die schottischen Christen von der Schrift her überhaupt keine Legitimation, jemanden in das Apostelamt Jesu Christi zu berufen. Das Ganze war im höchsten Grade eine unnüchterne, sektiererische Schwärmerei, ein Verlassen der Heiligen Schrift, welche zu einer verhängnisvollen Verirrung führte, die ihre Vollendung bis hin zum "Bezirks"- und "Stammapostel" gefunden hat, der sich als sichtbares Haupt der Gemeinde Jesu Christi und oberste Instanz in allen Angelegenheiten bezeichnet, eine Aufgabe die nur dem Herrn selbst zusteht (Aus: Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 177, NAKI, Zürich 1992).

Offensichtlich waren die Christen der damaligen schottischen Gemeinde so sehr von dem Wunsch beseelt, etwas Neues mit Gott zu erleben, dass die angebliche Offenbarung neuer Apostel Jesu Christi vorbehaltlos, und ohne an der Schrift zu prüfen, begeistert aufgenommen wurde. Aber wir dürfen nicht so naiv sein, unsere Wunschvorstellungen zum Vater des Gedankens werden zu lassen. Wir müssen vorsichtig im Umgang mit Offenbarungen sein, und jede Offenbarung, die den Anspruch erhebt, von Gott zu sein, am geschriebenen Wort Gottes prüfen. Steht eine Offenbarung im Widerspruch zum Wort Gottes, so ist diese nicht von Gott und schleunigst zu verwerfen, damit wir nicht einer Verführung anheimfallen und ihr preisgegeben sind. Leider hat diese schreckliche Verführung damals begonnen und sich bis heute in der Neuapostolischen Kirche fortgesetzt, indem man diese selbsternannten "Apostel" mit "Vollmachten" ausgestattet hat, über die sich selbst der Apostel Paulus gewundert hätte. So behauptet diese Kirche, dass Gott den Aposteln "das Amt der Versöhnung" gegeben habe und dass niemand auf der Welt ohne die "Freisprache" ihrer NAK-Apostel mit Gott versöhnt werden könne (gemeint ist der Freispruch von Sünden). Man beruft sich dabei seltsamerweise auf die Heilige Schrift, die doch sonst nach Auffassung der NAK-Apostel kein zeitgemäßes Gotteswort mehr ist. Aber da, wo dieses "unzeitgemäße" Gotteswort ihre Lehre nach ihrer Auffassung unterstützt, muss es plötzlich wieder für ihre Zwecke herhalten.

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