Betrachtungen

Die Apostel Christi und die Neuapostolische Kirche

Die Merkmale echter Apostel

Wir sehen, dass alles davon abhing, ob derjenige, der behauptete, im Namen Gottes zu reden, wirklich ein Gesandter, ein Apostel Jesu Christi war, denn darauf allein kam es an. Wie aber konnten die ersten Christen erkennen, ob jemand wirklich ein Gesandter Jesu Christi war und im Auftrage Gottes redete? Dem Apostel Paulus ist tatsächlich einmal seine Berufung zum Apostel von den Korinthern in Frage gestellt worden. Da gab es Leute, die nicht auf das hören wollten, was Paulus als Wort Gottes verkündete. Sie meinten, der Paulus ist ja gar kein richtiger Apostel. Der hat sich selbst berufen! Daraufhin rechtfertigt Paulus seine Berufung zum Apostel mit folgenden Worten: "Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen?" (1. Kor. 9,1).

Hier nennt Paulus eine erste unabdingbare Voraussetzung für die Berufung in das Apostelamt Jesu Christi. Ein Apostel Jesu Christi musste den Herrn selbst gesehen haben! Das steht in völliger Übereinstimmung mit dem, was uns das Neue Testament an anderer Stelle über die Bedingung für das Apostelamt Jesu Christi lehrt. Jesus hatte sich in seinem irdischen Leben zwölf Apostel auserwählt, welche Zeugen seines Lebens und seiner Auferstehung wurden. Als Judas den Herrn verließ, wurde Matthias an seiner Stelle durch Losentscheid in das Apostelamt Jesu Christi berufen. Unerlässlich war jedoch, dass Matthias ein Augenzeuge des Lebens und der Auferstehung des Herrn Jesus gewesen sein musste, wie es der Apostel Petrus ausdrücklich zur Bedingung macht, um die Voraussetzung für das Apostelamt Jesu Christi erfüllen zu können (Apg.1,22).

Wie für Matthias galt auch für Paulus, dass er den Auferstandenen selbst gesehen haben musste, um als Augenzeuge der Auferstehung überhaupt ein Apostel Jesu Christi sein zu können. Paulus rechtfertigt die Echtheit seiner Berufung zum Apostel gerade mit dem Hinweis, den Herrn persönlich gesehen zu haben !!! (1.Kor. 9,1). Keiner der "NAK-Apostel" kann dieses für sich in Anspruch nehmen! Trotzdem behaupten sie, Apostel Jesu Christi zu sein: "Das wichtigste Ereignis dieser göttlichen Geistestätigkeit war die Wiederaufrichtung des Apostelamtes Jesu Christi." (Aus: Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frage 166, NAKI, Zürich 1992). Schon anhand dieses ersten Widerspruches wird klar, dass das Apostelamt der NAK ein falsches ist. Ein weiteres Erkennungszeichen für die Echtheit eines Apostels Christi nennt Paulus in 2. Kor. 12,12: "Die Zeichen des Apostels sind ja unter euch vollbracht worden in allem Ausharren, in Zeichen und Wundern und mächtigen Taten."

Wir stellen demnach fest, dass es für die Christen zu Lebzeiten des Apostels Paulus mindestens vier Möglichkeiten gab, zu prüfen, ob jemand ein Apostel Jesu Christi war oder nicht.

Erstens musste er als Apostel Jesu Christi den auferstandenen Herrn selbst gesehen haben, also ein Augenzeuge seiner Auferstehung gewesen sein! Paulus konnte sich dabei auf sein Damaskus-Erlebnis berufen.

Zweitens musste Jesus ihn selbst in dieses Apostelamt berufen haben! Auch Matthias wurde vom Herrn selbst berufen und nicht durch Petrus in das Apostelamt Jesu Christi eingesetzt, wie es die NAK fälschlicherweise behauptet. Petrus hat nicht selbst entschieden. Gemeinsam haben alle Apostel und die gesamte Gemeinde, nachdem sie einmütig im Gebet verharrten, die letzte Entscheidung durch das Los in die Hände des Herrn gelegt und Ihm überlassen (Apg 1,23-26)! Völlig abwegig ist es, daraus die Rechtfertigung ableiten zu wollen, heute noch Apostel Jesu Christi berufen zu können, wie die NAK irrtümlich meint. Da heute niemand mehr ein Augenzeuge der Auferstehung Jesu sein kann, kann auch keiner die Voraussetzungen für dieses Apostelamt erfüllen.

Drittens musste Gott ihn als Apostel durch Zeichen und Wunder und mächtige Taten bestätigt haben.

Viertens durften die Worte und die Offenbarungen eines Apostels nicht im Widerspruch zu den Schriften des Alten Bundes stehen.

Waren die zwölf Apostel von Jesus Christus selbst auserwählt und berufen worden, Gottes Wort zu predigen und für die nachfolgenden Generationen niederzuschreiben, so können sich die Apostel der NAK nicht darauf berufen, von Jesus selbst auserwählt worden zu sein. Zwar behaupten sie, dass sie für die heutige Zeit denselben Auftrag haben wie die ersten Apostel, nämlich der heutigen Generation das "zeitgemäße" Wort Gottes zu verkündigen, bleiben aber jede Erklärung dafür schuldig, warum das Wort der Bibel für unsere heutige Zeit nicht mehr "zeitgemäß" sei.

Wir fragen: wie kommen die Führer der Neuapostolischen Kirche zu einem solchen Selbstverständnis? Woher nehmen sie das Recht, einen solchen Auftrag für sich in Anspruch zu nehmen? Die Behauptung, dass die Bibel nicht das Wort Gottes für alle Zeit sei, ist völlig aus der Luft gegriffen! Sie entbehrt jeder biblischen Grundlage und ist aus diesem Grunde unhaltbar und deshalb abzulehnen.

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